HOME
MEINE SCHMALFILME
MEINE VIDEOFILME
FAMILIENCHRONIK
LEBEN IN CASTROP
LEBEN IN KALLENHARDT
LEBEN IN SUTTROP
LEBEN IN WARSTEIN
LEBEN IN WALTROP
JAHRGANG 1941
ELTERN
KRIEGSVERBRECHEN
MEINE 5 JOBS
WARSTEINER-EISENWERKE < 1.0
UNIBAU-BRILON < 2.0
KENNGOTT-HEILBRONN < 3.0
 KESTING-LÜNEN < 4.0
THYSSEN - PLETTAC < 5.0
BUNDESWEHR
SELLERISMUS
UNTERWEGS
FLIEGEREI
SEGELFLUG
MOTORSEGLER
MOTORFLUG
INNSBRUCK
TÖTLICHER UNFALL
UND SONST
FESTE-FETEN-FEIERN
ERLEBNISSE
BENZIN IM BLUT
TANZSCHULE
VERMISST
AUGENBLICK MAL...
THOMAS  GODOJ
GÄSTEBUCH
LESERBRIEFE
 IMPRESSUM


Ab 1979 kamen Horst Schäfer und Josef Brüggemann regelmäßig nach Soest. Horst Schäfer war Eigentümer einer Piaggio P149 (Musternummer 100), die er von der Bundeswehr erworben hatte. 

Am 15.07.1979 erhielt ich durch den Fluglehrer Hebgen in Hamm-Lippewiesen die entsprechende Einweisung, um den Typ fliegen zu dürfen. Um 11:06 Uhr hoben wir das erste Mal ab. Es folgten dann weitere 12 Starts und Landungen, jeweils zwischen 8 bis 20 Minuten Dauer. Hebgen war zufrieden, machte seine Eintragung in mein Flugbuch und ich war ab nun berechtigt, die Piaggio fliegen zu dürfen.
Flugpltz Attendorn2 Wochen vor dem Unfall
Josef in......seinem Element
Die Presse schreibt viel FalschesDas Todesmanöver
Wir standen am Samstag vor der Frage, ob wir den Flugtag am Sonntag absagen sollten. Es gab aber bei der Kürze der Zeit keine Möglichkeiten, das interessierte Publikum darüber zu informieren. Wir wussten auch nicht, ob die Gäste durch den schlimmen Unfall abgeschreckt wurden. Also entschlossen wir uns am Sonntag weiterzumachen. Wie das bei den Menschen und der Sensationsgier so ist, am Sonntag kamen etwa doppelt so viele Zuschauer. Zwangsläufig mussten wir wieder in unsere Flugzeuge und weitermachen. Beim Landeanflug waren die Trümmer nicht zu übersehen. Freude, kam an diesem Tag nicht mehr auf.
Luftfahrtbundesamt beginnt mit der UntersuchungDas Flugzeug liegt auf dem Rücken
Viele Neugierige... ...schauen zu
Theo Feldewerth räumt montags abDie letzten Flammen werden gelöscht...
MotorblockDer Müllwagen fährt vor
Und das......war es
21.30 Uhr - Samstag 31. Juli 1982 - Die Flugsportgemeinschaft Soest veranstaltete dieses Wochenende einen Flugtag. Nachdem ich den ganzen Tag über Rundflüge gemacht hatte, saß ich nun gemütlich auf der Terrasse des neuen Clubheims und genoss den Ausklang eines schönen Tages. 

Josef Brüggemann (38), war ein leidenschaftlicher Flieger, hatte aber heute Dienst am Grill. Den Tag beschließen, ohne geflogen zu sein, war für ihn ein Unding. Er lud seinen Freund Hermann Röben (43) ein mitzufliegen. Beide stiegen gut gelaunt in die Piaggio und waren erst einmal weg. Plötzlich tauchte die Maschine wieder über uns auf und drehte wilde und waghalsige Flugmanöver. Horst Schäfer, dem die Sache nicht ganz geheuer war, ging ans Funkgerät und forderte Josef auf, zu landen. 

Vor der Landung wollte Josef Brüggemann allen zeigen, welch großartiger Pilot er ist und flog im Sturzflug die Kantine zu, drehte dann in Baumwipfelhöhe ein zu einer Linkskurve im sog. Messerflug. Im Moment als er auf uns zuschoss, ahnte ich was passieren würde, sprang auf und rief verzweifelt: "Das geht schief!". Nun überdrehte er den Messerflug, geriet dabei geringfügig in Rückenlage und machte dann einen folgeschweren Fehler. Er zog in dieser Situation den Steuerknüppel nach hinten um wieder in einen Steigflug zu kommen. Und so geschah, was geschehen musste! Für einen Wimpernschlag konnte ich direkt ins Cockpit sehen und sein zufriedenes Grinsen im Gesicht wahrnehmen. “Schaut her, was ich kann!“ Als er seinen Blick wieder nach vorne riss, erkannte er in welch missliche Situation er die Piaggio gebracht hatte. Es war zu spät. Durch seinen unnötigen Seitenblick, hat er die Fluglage völlig falsch eingeschätzt. 

Eine Sekunde später erfolgte der Aufprall. Es hörte sich genau so an, als ob jemand eine Gitarre auf einen Rasenboden haut. Dumpf und kompromisslos. Dieses Geräusch habe ich heute noch in den Ohren. Kurz darauf erfolgten zischelnde Geräusche und dann explodierten mit einem großen Bums die Tanks. Wie bei einem Atompilz stieg eine pechschwarze Säule auf und große Flammen loderten aus der Mitte des zerstörten Flugzeuges, welches übrigens mit abgerissenem Leitwerk auf dem Rücken lag. Josef und sein Freund waren aus der Maschine geschleudert und lagen angeschnallt in ihren Sitzen vor den Überresten der Maschine.

In so einem Moment kann ich nicht anders, dann versuche ich zu helfen und rannte mit einer Segelfliegerin zur Unfallstelle, während unsere bekannten Vereinsgroßmäuler blieben stehen und schauten zu.

Es war ein grausiger Anblick. Josef hatte mit dem Kopf den Metallbügel der Frontscheibe gestreift und dabei war die Schädeldecke aufgeklappt und er blutete stark. Sein Freund sah aus wie eine Gummipuppe aber äußerlich unbeschädigt. Es schien so, als ob alle seine Knochen in Zentimeterabständen gebrochen waren.  

Josef Brüggemann hat sich durch sein unverantwortliches Verhalten selbst in den Tod gestürzt und einen Freund, der ihm vertraut hat leichtsinnig mitgerissen. Durch Ignoranz und Angeberei fanden 2 Menschen den vermeidbaren Tod. Dem Ansehen des Flugsportes hat das sehr geschadet und den angehörigen Familien sehr viel Leid gebracht. 

Lieber Josef, wir haben eine schöne Zeit mit der Fliegerei und unseren Familien verbracht. Es ist schade, dass wir Dich durch diesen Übermut verloren haben. Good bye!