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6:30 Uhr Angelika und ihr Mann sind gerade mit dem Frühstück fertig. Sie ist seit Tagen stark erkältet und ihr Mann macht sich große Sorgen, dass sie aber trotzdem zur Arbeit fahren will. Er rät ihr, zuhause zu bleiben, um sich über das Wochenende richtig auszukurieren. Sie winkt ab und erwidert, dass es heute schon wieder viel besser gehe. Beim Anziehen seiner Uniformjacke ruft er ihr aus dem Korridor noch zu, dass er heute Nachmittag mit dem Kaffee auf sie warten wolle. Angelika richtet noch ihre Sachen und fährt dann auch zur Arbeit in die Innenstadt von Lünen. Seit über 20 Jahren arbeitet sie dort in der Verwaltung des Kaufhauses HERTIE. Es folgt ein ganz normaler Arbeitsablauf ohne besondere Auffälligkeiten. 
Hertie in LünenDas Hertie-Parkhaus
14:00 Uhr Ihr Mann, der als Briefträger arbeitet, hat Dienstschluss und kehrt in die gemeinsame Wohnung zurück, deckt den Kaffeetisch und freut sich auf seine Frau. Noch weiß er nicht, dass ihr Platz heute leer bleiben wird.

14:15 Uhr Angelika macht sich auf den Heimweg. In der Lüner Bäckerei Schulte kauft sie noch schnell ein Brot und Kuchen.  Die Verkäuferin ist die Letzte, die Angelika lebend sieht.
Zwischen der Wohnung in Werne und dem......Elternhaus wurde hektisch telefoniert. "Wo ist Angelika?"
14:30 Uhr In der Wohnung hat ihr Mann den Kaffeetisch vorbereitet und wartet nun wie immer freitags auf die Rückkehr seiner Frau. Da sie immer sehr pünktlich ist, müsste sie nun jeden Augenblick mit dem Auto vorfahren. Es bleibt aber still vor dem Haus. Immer wieder geht er zum Fenster, nimmt die Gardine zur Seite und schaut ungeduldig auf die Straße, doch Angelika kommt nicht.

17:00 Uhr Inzwischen ist er zutiefst beunruhigt. Normalerweise kann er sich auf seine Frau hundertprozentig verlassen. Verzweifelt greift er immer wieder zum Telefon und klingelt die Verwandtschaft und Bekannten durch, um sich zu erkundigen, ob sie etwas von Angelika gehört haben. Angelikas Vater und ihre Stiefmutter schlagen schließlich vor, zur Polizei zu gehen und sie als vermisst zu melden. Nach Aufgabe der Vermisstenmeldung, macht sich Angelikas Vater selbst auf die Suche. Stundenlang durchkämmt er mit seinem Auto systematisch das Umfeld von der Wohnung und dem Kaufhaus.


20:00 Uhr Schließlich auf dem Parkplatz neben der Mercedes-Niederlassung, Lünen entdeckt er ihren VW-Scirocco, doch von seiner Tochter keine Spur. Das Auto, dass Angelika so liebte, hegte und pflegte, ist völlig verdreckt. Sofort alarmiert er die Polizei. Die Beamten nehmen sich das Auto von außen und innen gründlich vor und hoffen auf Hinweise, wo Angelika abgeblieben sein könnte. Es fällt ihnen auf, dass im Aschenbecker des völlig verdreckten Innenraums Zigarettenkippen steckten, obwohl Angelika Nichtraucherin war. Weil sie eine kleine und zierliche Person war, benötigte sie immer ein zusätzliches Sitzkissen zum Fahren.  Dieses Sitzkissen lag auf dem Boden der Beifahrerseite. Die Zigarettenkippen sind wertvolle DNA-Spurenträger und möglicherweise lässt sich darüber die Frage beantworten, wer den Scirocco zuletzt gefahren hat. 
Nicht weit von ihrem Arbeitsplatz......fand ihr Vater den Scirocco
Es fällt ihnen auf, dass im Aschenbecker des völlig verdreckten Innenraums Zigarettenkippen steckten, obwohl Angelika Nichtraucherin war. Weil sie eine kleine und zierliche Person war, benötigte sie immer ein zusätzliches Sitzkissen zum Fahren.  Dieses Sitzkissen lag auf dem Boden der Beifahrerseite. Die Zigarettenkippen sind wertvolle DNA-Spurenträger und möglicherweise lässt sich darüber die Frage beantworten, wer den Scirocco zuletzt gefahren hat. 
 Auf der Sitzfläche des Fahrersitzes finden die Fahnder grüne Faserspuren, die möglicherweise von einer Jogginghose stammen, die der Täter getragen haben könnte. Außerdem finden die Ermittler Katzenhaare auf dem Sitz, und am Sicherheitsgurtschloss entdecken sie einen Fingerabdruck. Leider konnten alle gesicherten Spuren der Polizei bei ihren folgenden Ermittlungen nicht weiterhelfen. Angelika blieb verschwunden. Weder die großangelegten Suchaktionen, noch der Einsatz von Leichenspürhunden brachten die Polizei weiter. Die Plakatverteilung in Lünen und Umgebung bringt ebenfalls keinen Erfolg. Angelika bleibt verschwunden. Für die Angehörigen beginnt eine quälende Zeit des Wartens. Ihr Bruder Hans startet auf eigene Faust Suchaktionen in der weiteren Umgebung. Obwohl er auch keine Spur finden konnte, lag er damit richtig, wie sich später herausstellte.             



Ein ganzes Jahr später. In der Nähe Unna, ein Kilometer östlich vom Stadtrand, zwischen der B1 und der Autobahn 44, befindet sich ein Klärwerk. Die Zufahrt von der B1 führt über die Ostbürener Straße auf die Bahnhofstraße, die dann am Rand eines kleinen Wäldchens in eine Sackgasse endet. Ein Baumdienst hat den Auftrag dieses Wäldchen zu lichten. In der Pause sucht sich ein russischer Waldarbeiter ein stilles Plätzchen, um einem menschlichen Bedürfnis nachzugehen. Im Dickicht fällt ihm etwas Rotes auf und als er sich nähert, erkennt er einen roten Damenmantel, und schließlich eine verweste Frauenleiche. Neben ihr eine Handtasche und darin Papiere, Führerschein und Personalausweis von Angelika.
Die Rechtsmediziner fordern von ihrem Zahnarzt die entsprechenden Unterlagen an. Sie vergleichen das Zahnschema und nun herrscht Gewissheit, es ist Angelika. Im Kopf, genauer im Stirnbereich,  befand sich ein handtellergroßer Defekt. Die Knochenbestandteile waren an dieser Stelle in den Schädel herein gedrückt und befanden sich auch dort. Zudem befanden sich knöcherne Verletzungen an der Schädelbasis. Es stand fest, eine stumpfe, massive äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf war die Todesursache.  
Aber wer war der Mörder? Die Befragung der Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen ergab, Angelika hatte keine Feinde. Trotz intensiver Recherchen ließ sich das Motiv für die Tat nicht klären und somit keine Anhaltspunkte finden, die zur Spur des Täters führten.   


15 Jahre später in Dernbach bei Koblenz. Ein Richter hatte eine Speichelprobe für einen Mann angeordnet, der bereits mehrfach wegen Diebstahl und gefährlicher Körperverletzung straffällig geworden war. Für künftige Strafverfahren sollte die DNA erfasst werden. Als die Speichelprobe des 37-jährigen in der Datenbank des BKA abgeglichen wird, ergibt sich ein Volltreffer. Der genetische Fingerabdruck stimmt überein, mit der DNA von den Zigarettenkippen in Angelikas Auto.
Die DNA an den Kippen......führten nach Dernbach......und zur Verhaftung.
Nach 16 Jahren angestrengter kriminalistischer Kleinarbeit, bei der die Kripo immer wieder in einer Sackgasse gelandet ist, scheint der Fall aufgeklärt zu sein. Der 37-jährige wird verhaftet und er gesteht die Tat. Der verantwortliche Beamte: "Sie sind verhaftet, die Vergangenheit hat sie eingeholt." 

In dieser Zeit des Wartens hatte ich oft die Gelegenheit, auf Familienfeiern mit dem an Krebs erkrankten Vater von Angelika und Hans zu sprechen. Er hatte nur noch einen Wunsch, dass er trotz seiner schweren Krankheit noch erlebt, wenn der Täter gefasst wird. Leider verstarb er im Juli 2003.


Beginn der Hauptverhandlung vor dem Dortmunder Landgericht. Vor Gericht zieht der Täter sein Geständnis zurück und lässt fortan seinen Anwalt für sich reden. Er habe Angelika in der Fußgängerzone vor dem Arbeitsplatz kennengelernt und sie sei ihm beinahe um den Hals gefallen. Sie sind in ihren Wagen eingestiegen und in den Wald bei Unna gefahren. Hier haben sie etwas getrunken und schließlich sei sie bei einem heftigen Geschlechtsakt unglücklich gestolpert und auf einen Stein oder Baumstumpf gestürzt und regungslos liegengeblieben. Da habe er Panik bekommen und ist mit ihrem Auto weggefahren.
Haupteingang Landgericht DortmundDie Tür zum Sitzungssaal 130
Die Kammer glaubt der Geschichte des Angeklagten nicht, sondern verlässt sich auf das rechtsmedizinische Gutachten. Von der Geschichte des Angeklagten glauben sie kein Wort und gehen auch von einer Vergewaltigung aus, die aber aufgrund der langen Zeit nicht mehr nachgewiesen werden kann.


TERMINPLAN

01      02.02.2007        Freitag              130          09:30
0205.02.2007 Montag13008:30
0307.02.2007Mittwoch13009:30
0412.02.2007Montag13009:30
0514.02.2007Mittwoch13009:30
0622.02.2007 Donnerstag13009:30
0726.02.2007Montag13009:30
0828.02.2007 Mittwoch13009:30
0912.03.2007Donnerstag13012:00
1026.03.2007Montag13009:00
1110.04.2007 Montag02312:00
1226.04.2007Donnerstag13009:30
1330.04.2007Montag13009:30
1403.05.2007Donnerstag13009:30
1518.05.2007 Freitag13013:30
1624.05.2007Donnerstag13009:30
1708.06.2007Freitag13213:30
1821.06.2007Donnerstag13009:30
1918.07.2007Donnerstag13009:30
2030.07.2007Montag13009:30
2108.08.2007Mittwoch13009:30
2213.08.2007Montag13009:30
2320.08.2007Montag 13012:00
2424.08.2007Freitag13613:00
2529.08.2007Mittwoch 13011:00
2618.09.2007Dienstag13009:30
2721.09.2007Freitag (Urteil)13014:30