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Sofort nach dem Krieg fuhr ich mit meiner Mutter und meiner 2 Jahre jüngeren Schwester Moni wann immer es ging mit der Eisenbahn nach Castrop. Die Streckenführung war durch die Kriegsschäden sehr abenteuerlich. Zerstörungen wohin man sah und die An- und Abfahrtzeiten wurden nur bedingt eingehalten. Warstein hatte einen Sackbahnhof und somit gab es keine Anschlusszüge auf die man warten musste. Es ging also morgens um 8 Uhr pünktlich los. Der eigentliche Personenbeförderungsbahnhof mit der Gaststätte und dem Wartesaal war einem Bombenangriff zum Opfer gefallen und nun unter dem Güterbahnhof eingerichtet. An der Stelle des ehemaligen Bahnhofsgebäudes befand sich ein riesiges Loch. Die Bomben fielen auf einen voll besetzten Personenzug. Zeitzeugen erzählten mir, dass Leichenteile in den angrenzenden Bäumen hingen.  
Der alte Bahnhof"Pengel Anton"Der Führerstand
Von Warstein aus fuhr der s.g. “Pengel Anton“ bis zum ersten Halt nach Belecke-Lanfer und weiter bis „Hauptbahnhof Belecke. Dort stiegen wir in den Zug nach Richtung Soest über Mülheim-Möhne, Sichtigvor, Allagen, Wamel und weitere Stationen bis Soest. Der Zug fuhr äußerst langsam, so dass einige Fahrgäste feixten: “Blumenpflücken verboten!“ Bis kurz vor Soest war es eine Fahrt beinahe wie in Friedenszeiten. Landschaftlich eine Idylle. In Soest angekommen, erkundigten wir uns erst einmal, wann der Anschlusszug kommt und welche Strecke er voraussichtlich fährt. Mit etwas Glück konnten wir auf dem direkten Weg über Werl, Unna Dortmund fahren aber das war eher selten. Außerdem war es nicht sicher, einen Platz im Waggon zu bekommen. Der Bahnsteig war übersät mit wild herum irrenden Leuten, die ihre Züge suchten und wenn dann eine Lok in Sichtweite war, strömten die Massen zur Bahnsteigkannte und es fielen immer wieder Kinder oder Erwachsene in die Gleisbetten. Die Zugführer kannten das und dampften im Schritttempo heran. Auf den Dächern, auf den Trittbrettern und zwischen den Waggons klebten Reisende, bepackt mit Koffern und Rucksäcken. Kinder weinten jämmerlich überall um uns herum. Wenn der Zug dann zum Halten kam, wollten die Wartenden in die Züge, aber die Personen die, an ihrem Bestimmungsort angekommen waren, hatten keine Möglichkeit auszusteigen. Die Schaffner und Polizisten kämpften beinahe aussichtslos dagegen an.
Es war schlimm, überall auf der Strecke lagen zerbombte Züge, in denen einmal viele Menschen gestorben sind. Schienen, die aus den Gleisanlagen gerissen wurden, ragten verbogen viele Meter in den Himmel. Ich kam zur Welt, als der Krieg bereits im vollen Gange war und wuchs mit der Zerstörung auf. Für mich also ein normaler Anblick oder eher ein Abenteuerspielplatz. Je größer die Zerstörung war, umso interessanter fand ich den Anblick. In Dortmund-Dorstfeld hielt unser Zug auf dem Behelfsbahnhof, es war mehr oder weniger eine Holzhütte.
Diese Lok hat den Krieg auch überlebtSchulkinder zur Erholung nach Norderney
Von Soest nach Dortmund wurden die Züge schon von schwerere Loks gezogen. Es wurde alles "zusammengekrazt" um einen einigermaßen funktionierenden Fahrplan aufrecht zu erhalten.
Kaum vorstellbar, man saß auch auf dem Dächern der Waggons. Der Bahnhof Hamm war nur notdürftig hergerichtet.
Wir hatten es wieder einmal geschafft, ein Abteil zu erwischen, und eine Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm und einem 3-jährigen Jungen an der Hand reichte uns ihren Säugling ans Abteilfenster, als der Zug bereits langsam Fahrt aufnahm. Nun stieg die junge Mutter unter großen Mühen selbst in den Zug und versuchte sich erfolglos zu unserem Abteil vorzukämpfen. Auf dem Bahnsteig hielten 2 Polizisten den Kleinen bereit, um ihn der Frau anzugeben. Da der Zug aber schon mehr als Schritttempo fuhr, war zu erkennen, dass dieses Vorhaben nicht gelingt. Meine Mutter schrie die Gesetzeshüter laut an und forderte sie auf, ihr das Kind zu reichen. Die Uniformierten machten sich nicht einmal die Mühe, neben dem Zug herzulaufen um die Situation zu retten. Sie standen da wie Ölgötzen und der Kleine weinte bitterlich. Ich weiß nicht, wie die Situation ausging, aber heute noch sehe ich die Frau, die immer wieder rief: “Mein Kind, mein Kind!“
Jeder half jeden um mitfahren zu können.Eine Zeit, in der man sich noch gegenseitig half!
In Dortmund-Dorstfeld, hier musste ich aussteigen. Der Bahnhof selbst war zerstört und es gab nur einen Behelsbahnhof, eine kleine Baracke. Die Stadt lag noch in Trümmern.
Die Straßenbahn nach KirchlindeMit der Linie "2" nach Castrop-Rauxel
Der Bahnübergang zur Zeche Schwerin"Der letzte Zigarettenladen vor der Zeche" Der Schweriner Berg
Wenn es den Schweriner Berg (Dortmunder Straße) links an der Rennbahn vorbei hinunter zur Ringstraße ging, konnten wir bereits mein Geburtshaus sehen. Die Straßenführung verlief damals völlig gerade von Schwerin aus zwischen dem Kriegerdenkmal und Haus Goldschmieding durch auf die B235. Unsere Bahn bog jedoch vor dem Denkmal nach links ab in Richtung Thomasstraße und hielt an der Ecke Hochstraße und hier wartete meistens unser Opa auf uns, der den Takt der Linie genau studiert hatte. Es dauerte nicht nur wenige Jahre, dann fuhr ich bereits als 12-jähriger in den Ferien die Strecke alleine.
Haltestelle an der ThomasstraßeAm 13.09.1062 wurde der Betrieb eingestellt.
Ein "Wonneproppen"Mit Helmut, Horst, Helga......und nur mit Helga
Roland, Helmut, Horst und ichKlaus "Äppel" Birkenfeld und RolandIn der Bladenhorsterstraße
Horst am GondelteichHelmut (Unser Lange) in ObercastropWir spielen in Obercastrop
Hinter der KegelbahnMeine Mutter hat Aufsicht
Hinten links: Helga, Horst, Dieter mit Katze, Unten: Roland und Helmut. 1955 gesellte sich Elke noch dazu.Auch auf diesem Foto fehlt noch Schwester Elke. Alles was wir hier an Kleidung trugen, hatte unsere Mutter selbst geschneidert.
Die Großen passen auf die Kleinen aufDie "Puppenspielerin"Der Scherenschleifer unterwegs
Große Wäsche?Ein Ascheimer mit der Prägung "Stadt Castrop-Rauxel"
(1) Formel 1 aus Seifenkisten (2) Fußball wurde auf der Straße gespielt. Sensationell war es, wenn jemand einen Ball hatte. Meistens jedoch wurde mit Blechdosen gekickt.
Karneval im KindergartenSeifenblasen statt Computer
Noch ein Splitterschutz vor dem KellereingangWaldi war immer dabei
Eine Balgerei für den FotografenSo sahen unsere Spielplätze aus
Gartenarbeit. Ob das eine Hilfe für Opa ist?
(1)  (2) Unsere zweite Heimat, die Selters-Bude. Sobald wir ein paar Pfennige in der Tasche hatten, wurde Bonbon oder Kaugummi gekauft.
Die alte HolzbrückeUnser Schneemann"Ich kaufe mir ein Nappo"Der erste Stutenkerl
"Ich brauche ein Aquarium, sonst kriegt der einen Drehwurm!"Preisgekrönte Stallhasen
LausbubAuf zur "Geschäftsreise"HausschlachtungKalte Dusche
SchülerlotsenFrühling
Kleine Balgerei am KaugummiautomatenEssenautomaten statt PommesbudenKaller wurde von Warstein beliefertEis Eis bei Disch
Spielen mit KriegsmüllKirmes in Castrop
Mit dem Kinderwagen auf der AutobahnAuf in die Schule
Laterne, Laterne...Kinderträume


2011 Helmut Orwat2011 Klaus Michael Lehmann
Mein ganz herzlicher Dank für die gute Unterstützung gilt den beiden Herren Helmut Orwat und Klaus Michael Lehmann. Beide Fotografen haben die Zeitgeschichte Castrop-Rauxel über Jahrzehnte mit ihren ausgezeichneten Aufnahmen festgehalten.
Weitere Quellen: Hans Rudolf Uthoff, Ruhr-Nachrichten, Wickipedia