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THOMAS  GODOJ
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Die Warsteiner Brauerei hatte für mich immer eine besondere Bedeutung. Durch “Opa Würfel, “ der viele Jahre die Jagdaufsicht für das Haus Cramer führte, gab es die erste Verbindung zu beinahe allen Familienmitgliedern. Wir Kinder liefen schon recht früh als Treiber mit und verdienten uns so die ersten Groschen zum Taschengeld. Aber es machte uns auch riesigen Spaß, die Natur hautnah zu erleben.  

Mit Albert Cramer traf ich zum ersten Mal im grünen Mercedes seines Vaters zusammen, als der uns ins Jagdgebiet fuhr. Dieser Tag war kein schöner Tag für die Treiber, weil es ununterbrochen regnete und kein schöner Tag für die Jäger, weil nur “Opa Würfel“ einen einzigen Fuchs schoss.  
Später trafen wir uns eher weniger, weil jeder mit seiner Vorbereitung für das Berufsleben beschäftigt war. Der Brauerei blieb ich aber trotzdem lange verbunden. In meiner Ausbildungszeit reichte mein Taschengeld nicht aus, um mir meinen Wunsch nach Mobilität zu erfüllen und somit war ich immer auf der Suche nach mehr oder weniger lukrativen Nebenjobs., beispielsweise als Aushilfs-Filmvorführer im Central-Theater, als Blumenzüchter im selbstgebastelten Treibhaus oder als Besenstielhersteller mit einer ausgedienten Drehbank der Warsteiner-Eisenwerke. Die Blumen und die Besenstiele verkaufte für mich ein einarmiger Kriegsversehrter, der ständig versuchte, mich übers Ohr zu hauen. 
Irgendwann erfuhr ich, dass die Brauerei dringend Hilfskräfte für die Spätschicht brauchte, um ihre LKWs zu beladen. Ein Knochenjob! Früher gab es nur 25er-Kästen aus Holz, die sehr schwer und unhandlich waren. Es wurden Ketten vom Lager bis auf die Verladerampe gebildet und für mich sah das zunächst sehr spielerisch aus. Aber bald merkte ich, dass dies nur an der jahrelangen Übung der Männer lag, und dass die sich durch das erlernte Geschick auch nicht besonders anzustrengen brauchten. Die Kästen flogen mit einem leichten Schwung von einem zum anderen und wurden nur kurz an einer Flasche gehändelt. Die meisten Jungen gaben schnell auf, aber ich hielt beinahe 3 Jahre durch und verfügte so über die nötigen Mittel, um mir Träume zu erfüllen und konnte sogar schon Rücklagen für mein erstes Auto bilden. Sportlich betrachtet war es auch eine gute körperliche Ertüchtigung.   

Am 06.06.1994 befand ich mich auf einem dienstlichen Rückflug von Murcia über Barcelona nach Düsseldorf und hatte gerade Platz genommen als AC, der gerade mit einer Delegation aus Chile kam, neben mich setzte. Wir wunderten uns sehr darüber, dass wir uns im kleinen Warstein gar nicht mehr sehen, aber wie selbstverständlich in Barcelona zusammentreffen.

Auch heute in Waltrop fühle ich mit der Warsteiner-Brauerei und der Familie Cramer verbunden, wenn ich in Ruhe ein Pils aus Warstein genieße.