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Die Familie Buschmann betrieb am Westenhellweg in Dortmund eines der führenden Dekorationsgeschäfte. Als Juniorchef behauptete Jochen Buschmann (BigBenBu), so gerade richtig in Fahrt gekommen, seine Qualitäten in dem vielschichtigen Beruf. Durch sein starkes Politikinteresse, seine Leidenschaft an historischen Ereignissen und am Zeitgeschehen in der noch jungen Bundesrepublik, prädestinierte er sich zu einer der führenden Köpfe im Sellerismus. Auf den nachfolgenden Seiten erklärt er allgemeinverständlich und kurz gefasst, was eigentlich der Sellerismus ist und welche Auswirkungen er auf unsere Zeit bei der Bundeswehr und Jahrzehnte danach hatte.

Im Oktober 1961 trafen sich, wie von Goddi gefügt, die später führenden Köpfe des Sellerismus und des Rasepaktes:

Sellerator BigBenBu                 (Jochen Buschmann)
Sellerator Sellerie-Joe              (Günther Mertens)
Sellerator Schöpping der Elch  (Dieter Gerstenköper)

Das Leben und Wirken der Genialitäten beschreibt der Autor BigBenBu beeindruckend in seinen Werken 'Das Buch Luut' und 'Das Interview'. 2014 Dieter Gerstenköper
Es ist nicht unbedingt meine Wesensart, mich mit langen Vorredenaufzuhalten. Bedingt jedoch durch die Unfassbarkeit der Vorkommnisse, die ichzu schildern gedenke, halte ich ein behutsames Herantasten an dieses, wie Sienoch feststellen werden, heikle Thema als unabdingbar. Ich möchte auch nichtverschweigen, dass ich durchaus keine Zweifel hege, ob mein Entschluss, sichderart zu offenbaren, richtig ist. Diese Bedenken begründen sich in meinerAbneigung jeglicher Art von Indiskretion, zu der ich bei wahrheitsgetreuerBerichterstattung genötigt werde. Der interessierte Leser wird Verständnis fürmeine Sorge haben, unglaubwürdig zu erscheinen oder gar der Lüge verdächtigt zuwerden. Da ich aber über das absolute Wissen von Da-Oben verfügeund von der Notwendigkeit einer Aufklärung über nicht einmal zu erkennenderVorgänge überzeugt bin, bleibt es Ihnen Da Unten letztlich überlassen,zu glauben ohne zu wissen, oder nicht zu glauben und erst recht nichts zuwissen. Trotz all dieser geschilderten Bedenken werde ich versuchen, überGeschehnisse, die Ihnen bisher zufällig schienen über Begegnungen mitPersonen und höheren Wesen, die Ihnen in dieser Betrachtungsweise unvorstellbarsind, wahrheitstreu zu berichten. Sie merken schon, die Geschichte fängt jetztlangsam an, obgleich sich für mich noch immer die Gelegenheit bietet, an dieserStelle aufzuhören.
Es überrascht mich nicht, dass mich Da Unten niemand kennt, meine Existenz nicht einmal erahnt hat. Ich möchte diesbezüglich auch keine auch keine sonderliche Aufklärungs-Arbeit leisten, aber seien Sie 'mal ehrlich, haben Sie denn jemals meinen Bruder gesehen? So ist das. Glauben ohne Wissen. To be or not to be, das ist hier die Question. Aber es liegt mir fern zu zürnen, obgleich auch ich so manchmal meine Befindlichkeiten habe. Es muss ja nicht unbedingt Eitelkeit sein, den Wunsch zu hegen, sich Da-Unten nur einmal verkörpern zu wollen, damit man sich auch ein Bildnis meiner erschaffen kann. Doch GOTT will es eben nicht, und sein Wille geschehe, er ist übrigens der Ältere von uns beiden. Einmal habe ich ihn gefragt, ob er Mama und Papa noch gekannt hat. "Luddi" sagte er zu mir "wir beiden sind einfach nur da, von ewigwo zu ewighin." Als ich ihm meinen Wunsch vortrug, auch einmal leiblich auf Erden zu wandeln, wies er mich mahnend ab: "Luddi, du weißt doch noch, was damals mit meinem Sohn geschehen ist, und vergiss nicht, er war auch dein Neffe:" Ja so ist er nun mal mein großer Bruder. Luddi ja, Luddi nein, Luddi hin, Luddi her. Ganz und gar mag ich nicht, wenn er in so einer gönnerhaften väterlichen Pose "Luddilein" zu mir sagt. Sollte ich jedoch einmal Goddi zu ihm sagen, weist er mich sofort zu Recht mit dem Hinweis auf Respektlosigkeit gegenüber dem Schöpfer. So nenne ich ihn nur in meinem Herzen "Goddi" obwohl dies ein wenig die tägliche Kommunikation stört. Zum Beispiel morgens: Halleluja GOTT, noch ein Tässchen Kaffee GOTT, da würde mir Goddi viel lockerer über die Lippen kommen.

Aus meinen Schilderungen über Goddi könnte vorzeitig der Schluss gezogen werden, ich sei sowohl unterwürfig als auch unzufrieden mit meinem Los als Zweitentstandener. Auch könnte der Eindruck entstanden sein, mein Dasein wäre gar von Langeweile geprägt. Natürlich ist eine Weile bei uns Da Oben länger, sogar viel länger als eine Weile bei Ihnen Da Unten. Aber wir verstehen uns darauf, auch einigen Spaß zu haben. Es ist vielleicht nicht so wichtig, es sei dennoch erwähnt, dass ich zum Beispiel sehr gerne "Menschärgeredichnicht" spiele. Das ist das mit den Würfeln und dem Rauswerfen. Petrus ist dabei, der Engel Gabriel, und wenn nicht gerade Saison ist, gesellt sich auch Frau Holle dazu. Eine reizende Person übrigens, was Petrus nicht unbedingt behaupten kann. Nicht weil beim Spiel immer mogelt, sondern auch wegen seiner ständigen zynischen Bemerkungen. Immer mit ernster Miene (übrigens ist er der, der den langen Bart trägt) grinst höchstens, wenn er seinen Sarkasmus über Gott und die Welt ausschütten kann. Über seinen Chef spricht er vom LG. Redet er ihn an, sagt er knapp GOTT, aber so hart mit mindestens drei T's. Freundlich ist er nur zum Gabriel, dann sagt er immer "My blond Angel". Ich behaupte nicht, dass er ein Schleimer ist, sondern überlasse es Ihnen, welches Bild Sie sich von ihm machen. Aber einer muss ja vor der Pforte stehen und Goddi hält große Stücke auf ihn. Bei dem Brassel den er am Hals hat, ist ihm offen-sichtlich jede Hilfe recht und geht daher manchen Personal-Kompromiss ein. Doch der Erfolg seiner Schöpfung gibt ihm Recht und seine Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Erst neulich sagte Moses zu mir, wir sehen uns ja nicht häufig, also sagte Moses: "Luddi, vor diesem großen Werk deines Bruders können wir alle nur den Hut ziehen." Es entgingen mir nicht dabei seine schelmisch zwinkernden Augen, die seiner Bemerkung folgten. Schließlich tragen wir alle keine Hüte sondern den lediglich den Schein der Heiligen. So einen aus dem Alten Testament hätte ich so einen Ulk gar nicht zugetraut. Aber dennoch hat recht. Gottes tägliches Mühen mit dem Gleichklang der Gewalten, seine auf ewig alleintragende Verantwortung, lässt mich mit meinem Los als den Jüngeren mehr als zufrieden sein. So sei ihm die Verehrung gegönnt. So sollen sie ihn Da Unten auch preisen: Lieber GOTT mach mich fromm...Morgenfrüh wenn GOTT will..... Wem GOTT will die rechte Gunst erweisen. Nur eines möchte ich klarstellen, die Sterne damals habe ich gezählt.....LUUT alleine, hat sie gezählet.....aber deswegen singt kein Engländer "LUUT SAVE THEE QUEEN"

Sie vermuten richtig. Auf solche Gedankenspiele kommt man nur, wenn der Sentimentalität freier Raum gelassen wird. Doch morgen, GOTT sei Dank, geht es endlich richtig zur Sache. Die Besprechung eines Jahrhundertauftrages. GOTT erwartet meinen ersten Bericht von Da Unten, von den grauen Männchen.
Meine erste Begegnung an diesem Tag, (ich bin übrigens Spätaufsteher), war, ich habe es schon befürchtet, Petrus. "Halleluja Petrus"  "Du bist aber spät dran, der LG erwartet dich schon" Alter Griesgram, dachte ich mir und schwebte hinein. "Halleluja GOTT, soll ich einen Kaffee aufsetzen GOTT?" "Du bist aber spät dran, Luddi, ich habe meinen Kaffee schon getrunken aber ich freu mich, dich nach so langer Mission wieder zu sehen" Er legte seine Hände auf meine Schultern, musterte mich mit leichtem Schmunzeln, als wäre er ein wenig belustigt über mich, und ich wusste schon im voraus, was er jetzt als nächstes sagen wird. „So, Luddi, nun setz Dich doch erst mal ........Haha, haha, haha!“

Seit zigtausend Jahren immer sein gleicher Witz, und er erwartet dann, dass ich kräftig mitlache. Nachdem wir uns ausgelacht haben, ich klopfte dabei zu seiner Freude auf meine Schenkel, sagte er: „Ach Luddilein, das war ja nur ein Scherz.“ Der Scherz wird dem interessierten Leser dadurch erkennbar, dass wir Da Oben weder Stühle noch andere Sitzmöglichkeiten haben, sie auch nicht benötigen auf Grund unseres stetigen Schwebens.

„Also, braver Luddi, nun bin ich aber mehr als neugierig, was Du mir zu berichten hast.“

„ Nun, wo soll ich anfangen. Du machtest mich auf einige Merkwürdigkeiten Da Unten aufmerksam. In Ausführung Deines Gebotes, begab ich mich an den von Dir zugewiesenen Ort.

Es war übrigens gar nicht so einfach, Hemer zu finden.“ „Ich sagte Dir doch deutlich, der Zielort liegt im Kreuz Paris, Berlin, London und Rom, aber erzähle weiter.“ „Ich war natürlich überrascht über die Vielzahl der grauen Männchen, die alle in rechteckigen Blöcken auf einem großen Gelände verteilt untergebracht waren. Sofort stellte ich mir die Frage, was tun die eigentlich alle und warum. Kannst Du Schlüsse daraus ziehen, wenn ich Dir sage, dass sie häufig draußen standen oder trampelten oder liefen, manchmal vor und zurück, hin und her, auch rauf und runter. Ich sage Dir, in den Blöcken war es nicht selten, dass viele schon runter liefen, während die andern noch nach oben drängten. Das war immer dann, wenn jemand schrie: „Antreten im Kampf-Anzug, marsch marsch.“ Dann rannten graue Männchen nach oben und kamen als braune wieder runter. Und so weiter, und so weiter. Aufgefallen ist mir außerdem, sobald die Männchen die Blöcke verlassen haben, bilden sie blitzschnell draußen neue Blöcke. Es muss sich zweifelsohne bei ihnen um eine Blockade im Kopf handeln. Der Blockadismus ist dadurch erkennbar, wenn sich ein Pulk von Männchen zu drei Blöcken formierte. Das nennt man Da Unten „Reihe und Glied“. Vor jedem Block steht ein Blockierer. Einen solchen erkennt man an seinen Streifen am Arm. Nennen wir sie einfach die Gestreiften, das ist notwendig, weil es noch andere gibt, aber es geht noch weiter.

Plötzlich stehen die drei Gestreiften ganz erstarrt vor ihren Blöcken, drehen sich um und gehen geraden Schrittes auf ein neues Männchen zu, geschmückt mit bronzeähnlichen Knöpfen. Die drei Gestreiften stellen sich drei Meter vor dem Bronzierten auf und sagen, dass alle da sind, oder so ähnlich, ich stand etwas weiter weg.

„Was Luddi Du standest, ich dachte Du würdest Schweben.“ „Na gut, ich habe mich eben ein wenig verschwebt. Aber weiter, dieser Bronzierte dreht sich geradestehend um 180 Grad und schritt, nur so kann man seinen Gang bezeichnen, geradewegs auf ein weiteres Männchen zu, welches mir schon am Anfang dieses Spiels aufgefallen war, weil er so eine große Mütze trug, die ganze Zeit Handschuhe hinter seinem Rücken festhielt und der einzige Silberne war. Wieder mit drei Meter Abstand sagte der Bronzierte mit heller Stimme und Hand an der Mütze zum Versilberten: „Kompanie vollzählig angetreten.“ Dies konnte ich besser hören, weil ich mich besser angeschwebt hatte.“

„ Hast Du feststellen können, was das Ganze soll?“ „Nein, ich habe nur feststellen können, dass dieses Spiel immer zur gleichen Zeit angepfiffen wurde, jeden Tag und immer wieder in all den Wochen und Monaten.“

„ Das kann doch nicht alles gewesen sein, die mussten doch auch mal etwas anderes gemacht haben.“ „Ja schon, wenn sie nicht gerade standen, liefen oder krochen, haben sie gegessen, getrunken und geschlafen.“ „Das will ich nicht wissen, denn ich verfolge eine bestimmte Angelegenheit, die ich mit Absicht vorbereitet habe.“

„ So, das war mir bisher nicht bekannt. Worauf willst Du hinaus, Gott?“ „Du wirst noch früh genug merken, welche eigentliche Zielsetzung Dein Gebot hatte. Du sprachst eben von „krochen“, es könnte sein, dass wir hier der Sache näher kommen.“ „Es gab eben auch einige Zwischenspiele, die ich beobachten konnte. Dafür war meist ein bestimmter Bronzierter zuständig, als Spielleiter, wenn man so will. Man nannte ihn Gruschel, ob er wirklich so hieß, weiß ich nicht. Viele von den Männchen, die keine Zeichen an den Armen hatten, ich nannte sie daher immer die Unbefleckten, die sagten sogar DER Gruschel. Sein ständiger Assistent hieß Heinrichs, ein Gestreifter, da aber auch viele Würger sagten, wusste ich nachher selbst nicht mehr, hieß er nun Würger oder Heinrichs. Manchmal traten sie hervor aus einer Panzerwanne wie Phoenix aus der Asche. Schemenhaft im gleißenden Gegenlicht, fast zeitlupenartig kamen sie näher und von weither, hier konnte ich mich auch irren, meinte ich Morricones „Spiel mir das Lied vom Tod“ zu hören: Gruschel der Bronzierte und Heinrichs der Gestreifte.“ „Erzähle mir mehr von Gruschel, er konnte es gewesen sein.“

„ Also in seinem Verantwortungsgefühl für nötige Abwechslung zu sorgen, ging er mit den Unbefleckten gerne in die freie Natur, mit Metallhauben auf den Köpfen und einem fröhlichen Lied auf den Lippen. Er ließ sie rennen, laufen, gehen, stehen und wieder gehen, laufen, rennen. Er nannte das Spiel „den Arsch aufreißen“. Ein anderes Spiel heißt: “MG-Feuer von links“, dann können sich die Unbefleckten ganz schnell in den nächsten Graben werfen. Dies war immer sehr spritzig, denn das MG-Feuer kam immer dann, wenn die Gräben dafür geeignet waren.

Das Schlammbad muss offensichtlich sehr entspannend sein, denn wenn es hieß „auf Sprung marsch, marsch“, reagierten die Unbefleckten recht mürrisch, so dass Gruschel rief: Keine Müdigkeit vorschützen. Aber er gönnte ihnen durch noch weitere Bäder.“

„Dieser Gruschel, Luddi, wie sah der aus?“ „Nun, er war durchaus stämmig, was aber im Gegensatz zu seinem Milchgesicht stand, so eine Art Babyface mit schlapp hängenden Lippen.“

„ Wippte er immer mit den Stiefeln, wenn er sprach?“ „Ja!“ „Und hatte er dabei immer seine Hände am hängenden Gürtel, und nickte er immer mit seinem Kopf, wenn er sprach?“ „Ja, und am Anfang sprach er erst ganz langsam und wurde dann immer lauter und lauter, doch irgendwie wirkte er immer blutleer, aber warum fragst Du, Gott?“ „Wenn er dabei auch noch ständig grinste, Luddi, dann ist das unser Männchen, genau das Männchen, das ich eingesetzt habe. Gruschel steht unter meinem Einfluss.“ „ Willst Du damit sagen, Du hast bei ihm den heiligen Tulk angewandt (Was der interessierte Leser/Hörer nicht wissen kann, ist, dass wir Da Oben unter Anwendung des Tulks alle Da Unten  in ihrem Handeln und Wunschdenken lenken können. Manchen ist der Spruch nicht unbekannt. Der Mensch denkt, doch Gott lenkt.).“

„ Ja, Luddi, aber sage mir bitte, bist Du auch auf dem Hoppen berg herum geschwebt?“

„ Ich war auf dem Hoppenberg bei der Aktion “Kameraden vergraben Zigarettenkippen.“ „Endlich kommen wir der Sache näher. Gruschel sollte durch meinen Tulk beeinflusst Kippen vor dem Block einsammeln lassen, sieben sollten zusammenkommen.“ „Sieben Unbefleckte?“ „Lass mich doch endlich mal ausreden, sieben Kippen natürlich, für jeden Tag der Woche eine. Der zusammengestellte Trupp besteht aus 12 Unbefleckten, wie Du zu sagen pflegst. Wie Dir auffällt, für jeden Monat des Jahres einer. Du kennst ja meine Schwäche für imaginäre Zahlen. Diese Kippen sollten auf den Hoppenberg transportiert werden, um diese in einem 2 mtr. tiefen Erdloch zu verbuddeln. Gruschel wusste die genaue Stelle für den Aushub. Ist dies so geschehen wie ich es sagte?“ „Ja, aber warum das Ganze?“ „So höre weiter, in diesem Erdloch habe ich meine Botschaft hinterlegt. Du warst dabei, LUUT, hat man sie gefunden? Eine beschriftete Schiefertafel, zirka 40 x 40 cm. Hat man?“ „Nein, es wurde keine Tafel gefunden. Ich weiß es ganz genau, denn ich schaute selbst hinab in den Schlund und erkannte nur die 7 entsorgten Kippen auf dem Grund.“ „Also keine Tafel, keine Botschaft?“ „Nein, nein und nochmals nein, aber erlaube, dass ich mal frage, was stand denn nun eigentlich auf Deiner so wichtigen Tafel?“ „Meine hinterlegte Botschaft ist von größter Bedeutung für eine neue spirituelle Ordnung, so gesehen für eine Epoche post Christum. So höre den Wortlaut meiner Verkündung: SUCHET SELLERIE, SO WERDET IHR FINDEN, UND WENN IHR GEFUNDEN, SO WERDET IHR LEHREN AUF DAS SIE EUCH FOLGEN UND IHR SIE FÜHRET.“ „Aber, lieber Gott, was soll das bedeuten?“ „Schon bevor Du Da Unten herumschwebtest, erhielt ich eine interessante Anregung von Moses. Du weißt, er ist immer sehr zurückgezogen und grübelt so vor sich hin. Er kam zu mir, um mit mir über die allgemeine Misere zu sprechen. Dabei schlug er mir vor, es so ähnlich wie bei ihm damals zu machen. Du wirst Dich hoffentlich noch daran erinnern, auch wenn dies noch zum Alten Testament gehört?“ „Ja natürlich, aber wo ist denn nun die Tafel geblieben, die Du hinterlegt hast?“ „Ich habe einen schrecklichen Verdacht.

Irgendjemand muss von der Hinterlegung der Tafel erfahren haben und diese vorzeitig entnommen haben.“ „Doch nicht etwa der Gruschel?“ „Ach Quatsch, Gruschel war lediglich ein getulkter Handlanger. Er wurde von mir in den unausweichlichen Drang versetzt, das zu tun, was er auch schließlich tat, nämlich das Loch buddeln zu lassen.“ „Du hast einen anderen Verdacht, ich spüre das.“ „Ja, ich mag gar nicht daran denken, geschweige den Namen über meine Lippen kommen lassen. Aber nur einer mit seiner Macht, seinem immer währenden Hass auf mich, seiner Hartnäckig-weit und Hinterlist, nur er ist es, der meinen großen Plan der Erneuerung zerstören will: LUZIFER!“ „Um Gottes Willen, Du meinst den mit den roten Hörnern und hinten mit dem langen Schwanz?“ ... und mit seinen klapprigen Pferdehufen, genau den, den meine ich.“ „Du lieber Gott, der Satan ist wieder da, was denkst Du zu tun?“ „Erst einmal muss ich die schlechte Nachricht verarbeiten. Es war ein Teil Deiner Mission, meinen heimlichen Plan, nur Moses wusste davon, auf Erden zu kontrollieren und mir Bericht zu erstatten.

Für Deine ehrliche Bemühung danke ich Dir erst mal. Das Wichtigste und das von mir so sehr Erhoffte konntest Du mir leider nicht bestätigen, nämlich die Entgegennahme meiner Botschaft. Das wirft mich zurück, aber nicht um. Ich werde eine Nacht darüber schlafen und Dich für morgen noch einmal zu mir bitten. Möglicherweise werden wir die Botschaft in ganz anderer Art und Weise herunterschicken. Irgendjemand sagte einmal: „Wer Sellerie sät, wird Knollenmänner ernten!“ Und Luddi, lass Dir gesagt sein, eines Tages und nicht mehr sehr fern, werden Da Unten Millionen Knollenmänner das hohe Lied auf Sellerie singen. Bis morgen Luddi, und komm nicht wieder so spät. Ach übrigens, weil Du gerade von Da Unten gekommen bist, wie hat eigentlich Schalke gespielt?“ „Verloren Gott, leider wieder verloren.“ „Auch das noch, mir bleibt heute aber auch gar nichts erspart.“
Im Allgemeinen leide ich selten unter Schlafstörungen, doch diesmal ging mir einfach zu viel durch den Kopf. Auf der einen Seite belastete mich Goddis Besorgnis, seinen Plan gefährdet zu sehen, andererseits fühlte ich mich, wenn auch nicht wirklich begründet, Schuld für das teilweise Misslingen meiner Mission. Immer mehr verstärkte sich mein Verdacht, dass Gruschel die Ursache allen Übels ist. Hatte Goddi etwas übersehen? Könnte es nicht auch so gewesen sein, dass Gruschel zwar ursprünglich von Gott getulkt seine ihm vorgegebenen Handlungen in unserem Sinne erfüllte, doch später seine Seele an den Satan verkaufte. Also, wenn sie noch weiter-leisen/hören möchten, tut es mir natürlich leid, Sie mit meinen Spekulationen langweilen zu müssen. Nehmen wir doch einfach mal an, Gruschel war schon immer der leibliche Satan, was so unmöglich gar nicht wäre. So hat Gott nicht den Gruschel getulkt, sondern den Satan höchst persönlich. Dieser spielte die Rolle des getulkten Gruschel im Sinne Gottes weiter und ließ ihm den guten Glauben an das Gelingen der Aktion. Gott ist ja immer so lieb und prüft nicht weiter nach. Deshalb heißt es ja auch, der „liebe Gott“. Mit diesen Gedanken, Satan, Gruschel, Gott muss ich wohl eingeschlafen sein, wenn auch sehr unruhig.

Seine Arme rüttelten mich. „Auf Luut, wach auf Luut.“ Dass ich verwirrt das Gesicht von Petrus erkannte, beruhigte mich nur wenig. „Luut, Luut, aufwachen, der LG möchte sofort mit Dir sprechen.“ „Wie, mitten in der Nacht?“ „Es ist noch keine zwölf.“ „Er braucht Dich jetzt. Ich mache mir Sorgen um ihn.“ Kurze Pause. „Er ist in keinem guten Zustand. Er wirkt deprimiert. Ich weiß ja nicht, über was ihr gesprochen habt, aber Du wirst ihm doch wohl auf keinem Fall gesagt haben, dass Schalke schon wieder verloren hat? Aber es geht mich ja überhaupt nichts an. Ich bin ja nur der Petrus, der vor der Tür steht, den man rufen kann, den man wegschicken kann und auf dessen Rat so oder so niemand hört. Euer treuer Petrus vor der Himmelspforte. Immer nur hereinspaziert. Du da nicht, Du da ja und Du da wieder nicht. Weißt Du Luut, das kotzt mich mittlerweile an. Ich muss gestehen, manchmal ticke ich nur noch wie ein Pendel, Du da rein, Du da raus, Du da rein, Du da raus, Tick Tack, Tick Tack, ich stelle schon gar keine Fragen mehr.“ „Aber Du hast doch so ein großes Buch, in dem alle drinstehen, die hier raufkommen?“ „Ach Luut, wo leben wir denn heute. Entweder bist Du zu viel unterwegs oder Du bist wirklich nur naiv. Also steh auf, der LG wartet. Ich benötigte nur kurze Zeit, um in das private Geschwebe des Herrn (vergleichbar mit Gemach, Gemächer auf Erden) zu gelangen. Über seinen Anblick war ich sehr überrascht. Sein Gesicht strahlte Gutmütigkeit und Herzens-warme aus, obgleich eine gewisse Müdigkeit nicht zu leugnen war. Ich fühlte mich ihm verbunden wie lange nicht.“

„ Ach Luddilein, ich bin sehr froh, dass Du jetzt bei mir bist. Hoffentlich habe ich Dich zu so später Stunde nicht aus dem Schlaf gerissen.“ „Ach, das macht nichts, ich habe in meinem Immersein noch so viel Gelegenheit zu schlafen, und außerdem habe ich nicht sonderlich gut geträumt.“ „So, dann solltest Du auch ein Schlückchen mit mir trinken. Ich erkläre diesen Tag einfach als den Tag des Herrn. Petrus, bist Du so lieb und bringst uns noch eine Flasche von dem Roten?“ „Gott, darf ich Dich darauf aufmerksam machen, dass Du schon eine ganze Flasche getrunken hast.“ „Verdammt noch mal, Du Miesepeter, ich werde mir wohl doch noch erlauben können, alle paar tausend Jahre mal eine Flasche Wein zu trinken.“ „Wie Du meinst Gott, es war ja nur ein gut gemeinter Rat.“ Petrus schwebte hinaus und wieder herein, schenkte den Wein ein und fragte, ob seine Anwesenheit noch von Nöten wäre.“ „Nein“, sagte Gott, stell Dich lieber vor die Pforte, ich konnte mir denken, dass heute noch manche kommen.“ „Prost Luddi, lasst und durch ihn nicht die Laune verderben und schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein.“ „Man sagt auch, IN VINO VERITAS, aber wirklich ein edler Tropfen.“ „In der Tat, er stammt noch aus den Beständen Napoleons, die er nach seinen diversen Eroberungskriegen mit nach oben brachte.“ „Der ist hier oben? Ich verstehe den Himmel nicht, den hätte ich eher ganz ganz drunten erwartet.“ „Nun, das ist schließlich die Angelegenheit von Petrus.“ „Es liegt mir fern, Dich zu belehren, lieber Gott, aber es mag Dir entgangen sein, dass Petrus offenbar nicht mehr alles im Griff hat. Napoleon frohlockt hier oben und Maria Magdalena schmort möglicherweise da drunten.

Und Dein Sohn sucht und sucht sie verzweifelt und trauert herum. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, warum er sich bei Dir kaum noch blicken lässt, geschweige Dir bei den Geschäften zur Seite steht?“ „Jesus ist zu weich dafür. Er redet zwar viel, alles müsse besser werden, aber selbst hat er keine Ideen. Nimm es mir bitte nicht übel, Luddi, er hat mehr Deine Gene als meine.“ „Hockt er immer noch mit Chez zusammen?“ „Ja, mit Guevara, Marx und Engels. Aber lassen wir das Thema fallen, es trägt nicht gerade zu meiner Ermunterung bei. Noch ein Schlückchen, Luddi?“ „Aber nur ein Gläschen, wenn ich Dir so zuhöre, muss ich zugeben, froh darüber zu sein, nicht in Deiner Hülle zu stecken.“ „Ja Luddi, es ist heutzutage nicht mehr so ganz einfach. Die Winde blasen wie sie wollen, die Gewässer tosen wie es ihnen passt und die Menschen Da Unten haben keine Orientierung mehr. Manchmal könnte ich die ganzen Brocken hinschmeißen.“ „Doch die Päpste, vielleicht solltest Du mehr mit ihnen zusammenarbeiten, wenigstens für Da Unten könnten sie Dich ein wenig entlasten.“ „Hör nur auf mit den Päpsten, die vielen Leons, Piusse und Pauls oder wie sie alle hießen, die haben doch alles zerbröseln lassen.“ „Dann, lieber Gott, solltest Du ernsthaft überlegen, den ganzen Kram Allah zu überlassen.“ „Genau das, mein Luddilein, werde ich nicht tun. Im Gegenteil . Ich plane schon seit geraumer Zeit eine Neuordnung für die Da Unten, noch ein Schlückchen, Luddi?“ „Aber nur ein Gläschen, wirklich ein edler Tropfen, sehr mundig, aber auch sehr schwer. Nun zu Dir, was hast Du vor?“ „Es wird eine neue, ich betone eine ganz neue, ganz andere Bewegung entstehen. 

Du wirst jetzt verstehen, wie wichtig Deine Mission ist, und wie mich der Hoppenberger Rückschlag getroffen hat.“ „Mein Gott, ist es wirklich möglich, Du planst mit SELLERIE!“ “Suchet Sellerie, so werdet ihr finden ... und wenn ihr gefunden, so werdet ihr lehren ...“ „Mein Gott, Deine Botschaft ... und die Verheißung sagt: Ihr geht hinaus in die Welt und werdet Sellerie säen und Knollenmänner ernten, auf dass sie zum Ruhme der Knolle sich mehren und, und ... noch ein Schlückchen, Luddi?“ „Aber wirklich nur ein ganz kleinesch Gläselschen.“ Prost, Prost. „Und dasch sie sich nicht mehr scheuen mögen, schondern die Flagge mit ewigen Selleluja ... Du weißt schon, wasch ich meine, Luddi.“ „Also, Du willscht neben dem Christentum zusätzlich ein Selleristenum ...“ „Nicht Selleristentum, sondern Sellerismus, also nicht TUM, sondern MUS, wie müssen .... ein Muss für alle und überall ... und die Selleristen werden in alle Welt von Rio bis Rom, von Parisch bis Pecking, schogar bis ins schibirische Kraschnoschuwasser.“ „Wo liegt dasch denn?“ „Twischen Novoschibirsch und Prokoschojerwsk.“ „Mein Gott, Du meinscht, das schaffen wir?“ „Denk an die Weisheit: Gottes Mühlen mühlen ... mahlen, nicht mühlen ... also wenn Gottes Mahlen langsam mühlen, denn Mühlen morgen langsam mahlen, aber sicher ... und finden auch ein Korn ... ach genug für heute, wir reden morgen weiter ... Selleluja Luddi, Selleluja Goddi.“
Nicht jeder Tag ist wie der andere, dieser schien mir ein schöner Tag zu sein. Der traumlose wenn auch späte Schlaf sorgte für eine frohgelockte Gemütsverfassung. Verflogen waren die düsteren Gedanken der frühen Nacht, weggeblasen die Nöte und Ängste, mutig jetzt mein Blick nach vorn, wenn es auch schon spät des Tages war, so jedoch nicht zu spät für meinen Termin beim Herrn und Bruder, dem ich nun entgegen schweb. „Halleluja Petrus, was für ein herrlicher Tag heute.“ „Es ist höchste Zeit, jeden Tag kommst Du später, aber mir kann es ja egal sein, der LG wartet schon auf Dich.“ „Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühen, Petrus? Das ist in Spanien. Du solltest mal Urlaub machen, Du alter Miesepeter!“ „Verlange nicht von mir, dass ich Deine unpassende Bemerkung kommentiere. Die Tür steht Dir offen, der LG wartet schon.“

Im Gegensatz zu unserer letzten Begegnung empfing mich ein völlig entspannter Bruder. Auf seinem Gesicht war ein gewisses triumphales Lächeln nicht zu übersehen. Er schien mit sich zufrieden. „Halleluja, lieber Gott, ist es nicht ein herrlicher Tag heute?“ „Luja Luddi, er wird vielleicht noch herrlicher, wenn Du meinen neuen Plan erfährst, auch einen Kaffee?“ „Danke, heute nicht, wohl ganz gerne würde ich noch mal von dem edlen Tropfen kosten, den wir gestern ... aber nur, wenn es Dir nichts ausmacht.“ „Es  macht mir aber was aus. Ich möchte, dass Du einen klaren Kopf behältst, wenn ich Dir meinen Plan erkläre. Du hast letzte Nacht ganz schön genuschelt, weißt Du das?“ „Also gut, dann erzähl mir, was Du vorhast, lieber Gott.“

Du wirst staunen, was ich mir ausgedacht habe. Aber bevor ich es Dir erzähle, setz Dich doch erst mal ... Haha, Haha, Haha!“ „Haha, Haha, Haha!“ Diesmal beendete ich mein obligatorisches „auf die Schenkel klopfen“ schneller als gewöhnlich. Einerseits weil Goddis Andeutungen über seine neuen Pläne meine Neugierde geweckt haben, andererseits möchte ich meinen interessierten Lesern nicht länger zumuten, in Unkenntnis verharren zu müssen. Also sprach der Herr zu mir: „Aus zuverlässigen Quellen wurde mir zugetragen, dass die von uns beobachteten Unbefleckten inbälde einer anderen Wirkungsstätte angegliedert werden. Stimmt das?“ „Ja, wie Du sagst, inbälde.“ „Also, neuer Ort, neuer Block, neue Männchen.“ „So wird es sein und zwar für ein Jahr.“ „So blieben uns für eine Selleriefizierung nur noch 12 Monate.“ „Es sei denn, es gäbe eine Verlängerung, wenn Dein Wille geschähe.“ „Nun lass uns auch gleich an Deine Aufgaben zu sprechen kommen. Die Basis meines Plans ist die Umverteilung. Du wirst dafür zu sorgen haben, die richtigen Männchen an die richtige Stelle und in die richtigen Blöcke zu kluten.“ „Zu kluten, habe ich richtig gehört, zu kluten?“ „Ich habe die Absicht, bestärkt durch mein volles Vertrauen zu Dir, Dich mit dem „Himmlischen Klut“ auszurüsten.“ „Mein Gott, wirklich mit dem „Himmlischen Klut“, mit dem schon damals Jesus Wasser zu Wein werden ließ, Blinde wieder sehend machte, den vertraust Du mir an?“ „Du wirst mit dem Klut die Unbefleckten finden, die sich beizeiten die Selleristen nennen werden und die richtigen Gestreiften und Bronzierten, an denen sie sich reiben können.

Du wirst ihnen die Räume und die Möglichkeiten schaffen, die ihrer Entfaltung bedürfen. Denke immer daran, Du bist der, der Sellerie säet, und wahrscheinlich, wahrscheinlich ich sage Dir, Luddi, der Tag ist nicht fern, so werden sie ernten.“ „Du scheinst Dir sehr sicher zu sein, was wird sein, wenn Luzifer davon erfährt und wieder einen von uns gekluteten Bronzierten für seine zerstörerischen Zwecke das Gehirn wäscht, um diesen erneut so quasi als Doppelagenten zu nutzen?“ „Sei unbesorgt, mein kleiner ewig zweifelnder Luddi, das wird ihm diesmal nicht gelingen, denn so höre meine List: Ich werde den Gruschel in Hemer weiterhin im Glauben lassen, meine Botschaft läge immer noch in Hemer auf dem Hoppenberg tief in der Erde verborgen. Da er aber der Satan selbst ist, jedoch im Glauben, ich würde meinen, er sei der Gruschel, wird Gruschel in meinem Sinne weiter handeln, um zu verhindern, es könnte  mir auffallen, dass er gar nicht der Gruschel ist, für den ich ihn bisher zu halten schien. Verstehst Du?“ „Sehr logisch, wirklich sehr logisch, für wahr ein genialer Trick, Gott, und dabei ganz einfach.“ „So höre weiter: Gruschel ist somit gebunden. Er wird als Satan unentwegt buddeln und buddeln lassen. Wenn nicht hier, dann dort oder das wird er sich sagen: Im Buddelwahn wird er immer neue Kommandos aufstellen, alle drei Monate die Buddeler austauschen. Ein Jahr Zeit brauchen wir, bis dahin hat er sich in den Wahnsinn gebuddelt und Du, Luddi, wirst Da Unten unbehelligt Deiner Arbeit nachgehen können.“ „Also alles gut und schön, aber irgendwo fehlt mir noch ein Glied in der Erfolgskette. Ich will ja nicht wieder als Zweifler erscheinen, aber angenommen, ich habe alles im besten Sinne vorbereitet. Die Sellerie-Aspiranten sind am richtigen Ort, die Rahmenbedingungen sind bestens und gut ausgewählte Gestreifte und Bonzierte, mit dem man sich reiben kann.

Aber wo ist der Funke der überspringt, der Da Unten das Feuer entfacht und die Reibereien zum Flächenbrand werden lässt?“  „ Du hast noch nicht meinen ganzen Plan gehört. So blicke auf diesen Kasten hier. Was Du siehst ist eine Tonbandmaschine. Nebenbei gesagt sein solides AEG-Gerät. Wie Du unschwer erkennst, liegt auf diesem Gerät eine Tonspule. Du wirst dieses Gerät auf eine auserwählte Stube platzieren lassen. Und Luddi, so glaube mir, einer wird auf diesen Knopf hier drücken und dem Ablauf der Spule Gehör schenken. Musik mit raumerfüllender Kraft, Worte und Gesänge mit eindringlicher Macht. Unfähig sich dieser Sphäre zu entziehen, werden sie sich diesem Ereignis, einer Botschaft gleichkommend, zuckend, schüttelnd, klopfend ergeben. Ihre Stimmen werden ihren Kehlköpfen entlockt und in den unwiderstehlichen Refrain „Sellerie, Sellerie, Sellerie“ einfallen, denn das, was sie gerade hörten und erlebten, das braver Luut, das ist der Götterfunke, die heiße Glut, die Du zu vermissen glaubtest, das ewige Feuer ... das Lied Sellerie!“

Als Gott endete, überließ er mich meinen Gedanken, wohlwissend, dass seine Prophezeiungen Wirkung hinterlassen haben und mich tief beeindruckten. Jetzt erst erfasste ich die ganze Tragweite seines Vorhabens. Ich bewunderte seinen Willen, seine Fantasie und nicht zuletzt seine Weisheit. Fast unbeteiligt hörte ich mich sagen: „Lieber Gott, Du hast in 7 Tagen die Welt erschaffen, so wirst Du auch in 12 Monaten den Sellerismus erschaffen.

Aber erlaubt sei mir dennoch die Bitte, mir den Inhalt dieses unwiderstehlichen Liedes nicht vorzuenthalten.“ „Mein braver Luddi, Du mein Bruder, wir sind immer vertrauensvoll miteinander umgegangen, wenn auch Pflichten mich oft daran hinderten, Dir die gebührende Zuneigung zu Teil werden zu lassen, so bestanden doch nie Zweifel daran, dass wir uns lieben. Braver Luut, Du weißt, ich war nie ein guter Sänger  ...... nein, nein, widersprich mir nicht ... aber da wir ja unter uns sind, werde ich Dir die wichtigsten Passagen dieser Botschaft vorsingen: 

Also: One, two, three, four, one two, three, four. Das ist die Jazzband, one two, three, four:

Ich ess für mein Leben gern
Klopps mit Sauerkraut,
auch Eisbein mit Püree
und Hühner-Frikassee, 
doch mein Freund Hieronimus,
der hat `ne süße Braut,
das Mädchen heißt Sofie
und iss nur ... Sellerie.

...one, two, three, four
und jetzt kommt`s
und jetzt alle:

Und das ist die Stelle an der nun alle rufen:

Sellerie, Sellerie, Sellerie

Und sie rufen aus allen Türen und Fenstern:

Sellerie, Sellerie, Sellerie

Und über Treppen und Fluren erschallt es:

Sellerie, Sellerie, Sellerie

Und einer wird mit dem Finger nach oben zeigen und sagen: Oh sehet da oben, wo das Lichtlein leuchtet, das ist die Selleriebude!“

Um ganz ehrlich zu sein, der Vortrag war ganz ordentlich, aber Musik und Text ließen bei mir doch einige Zweifel aufkommen, ob die Qualität als Botschaft ausreicht. So bin ich nun mal, aber vielleicht ist das Original ja etwas besser. Doch mein Gottvertrauen ist eben unerschütterlich. Er, der die Welt erschaffen hat, zumindest behauptet er das immer, der wird schon wissen, was er tut. Sicherlich hat er noch mehr in petto und so sprach er auch schon. „Luut, die auf der Selleriebude, wahrscheinlich glaube mir, werden keine unbefleckten Männchen mehr sein, sondern man wird sie ab sofort die Selleristen nennen und sie werden sich in ihrem Sinne Namen geben. Es wird sich ein Gremium bilden, das höhere und mittlere Führungsebenen folgen lassen wird. Immer mehr werden sich zu selleristisch ambitionierten Gruppen zusammenschließen. Sie werden der Samen sein, der zur Knolle führt. Ich sage Dir Luut, übrigens sage ich ganz bewusst Luut, weil die Anforderungen, die ab sofort an Dich gestellt werden, über ein bisheriges Luddi-Niveau weit hinausgehen, denn, es ist ja schließlich so, wenn ... wo war ich stehen geblieben, ach so, also  sage ich Dir ... also, jetzt habe ich den Faden ganz verloren ...“

„Ich habe schon verstanden Goddi, übrigens erlaube ich mir „Goddi“ zu Dir zu sagen in Erkenntnis meiner gewachsenen Kompetenz. Du meinst also, nach Empfang der Botschaft läuft alles automatisch. Sie organisieren sich erst zu viert, dann zu acht, zu sechzehn. Alsbald werden es tausend sein und mehr. Millionen und Abermillionen werden ...“ „Stopp, Stopp, Luut, noch sind wir nicht so weit.

Wir haben noch nicht einmal den Anfang gemacht. Du bist jetzt gefordert, die ersten Schritte einzuleiten.“ „Lieber Gott, es ist für mich eine besondere Ehre, das mir übertragene Gebot zu Deiner höchsten Zufriedenheit zu erfüllen. Ich werde all meine Kraft mit bestem Wissen und Gewissen in dieses unser Unternehmen stecken, so wahr mir Gott helfe bzw. Du. Ich mache mich gleich auf den Weg dorthin und werde eilen. Wo soll ich denn eigentlich hin?“ „Nach Unna, Luddi, nach Unna in Westfalen.“
Sie werden verstehen, dass ich mir trotz der gebotenen Eile erst einmal einen Gesamtüberblick über die neue Örtlichkeit verschaffen musste. Es dauerte jedoch nicht lange, um zu der Überzeugung zu gelangen, dass die Rahmenbedingungen für das Unternehmen „Sellerie“ bestens gegeben waren. Die Kaserne war klein, daher überschaubar, und nicht stark besiedelt. Mehr ein Sitzort als ein Standort. Das Zahlenverhältnis zwischen Mannschaften und Dienstgraden war beinahe gleichgroß. Dies erkannte ich als Vorteil des sich nicht Ausdemweggehens. Die nicht zu vermeidenden Eins-zu-eins Situationen würden den täglichen Provokationen bestens Vorschub leisten. Begünstigt wurde dies noch dadurch, dass nur eine kurze Wegstrecke ein strategisches Dreieck bildete: Der tägliche, mit immer neuen Überraschungen stattfindende Pendelverkehr zwischen dem Kompaniegebäude, der Kantine und dem Verwaltungs-Gebäude. Hier verwalteten sich die vielen Schreiber, Unteroffiziere und Stabsoffiziere, denn dies war Sitz des Generalstabes oder 7. Panzergrenadierdivision, angeführt von einem General, dem Chef von 20.000 Soldaten. Vor noch gar nicht so langer Zeit hätte ich ihn noch als den „Vergoldeten“ bezeichnet. Wenn Sie meine zurückliegenden Berichte verfolgt haben, fällt Ihnen möglicherweise auf, welchen Fachvokabulars ich mich bereits heute bediene, aber mein einjähriges Herumgeschwebe in dieser Anlage haben meine Sachkenntnisse nicht unwesentlich erweitert. Schließlich kann man auch einen Bruder Gottes nicht daran hindern, an Erfahrung reicher zu werden. Ich will auch nicht länger so tun, als wüsste ich nicht, worum es hier geht.

Mir ist auch bewusst, dass Sie es schon immer wussten, was Da Unten gespielt wird, mir aber wohlwollend verzeihen werden, mir meine Kenntnisse erst jetzt angeeignet zu haben. Heute weiß ich sogar noch viel mehr, nämlich dass der Sinn dieses Treibens darin besteht, anderen zu drohen, um deren Bedrohungen abzuwenden. Eine meiner Maß-nahmen war, den Aufenthalt der Bedrohten erst einmal um sechs Monate zu verlängern. Ich erwarte nicht, dass Sie es glauben, aber ich selbst war es, der den Ernst der Lage dadurch zuspitzte, in dem ich Chrustschow total angeklutet mit seinem Schuh auf dem Tisch trommeln ließ, auf dass sie ihn alle fürchteten und sich ab sofort sechs Monate mehr Zeit nahmen. Die zusätzliche Zeit ermöglichte mir, die erfolgreich eingeleitete Entwicklung der Selleristen in Rang zu verfolgen und zu betreuen, denn die Geschehnisse vor Ort wurden nach und nach immer unterhaltsamer und entbehrten nicht einer gewissen Komik. Um es schon vorab-zusagen, ohne die eingeleitete Aufenthaltsverlängerung wäre es nie zu dem legendären 18. Oktober gekommen. Der interessierte Leser/Hörer sei darauf hingewiesen, dass die ungewöhnlichen Einzelerlebnisse der Selleristen von Sellerie-Joe (werden Sie noch kennen lernen) in seinem nach ihn benannten "Joe-Report“ detailliert aufgezeichnet wurden. Mit behutsamen Kluting gelang es mir, ihn zu bewegen, sich um eine ständige Aufzeichnung dieser kuriosen Vorgänge zu bemühen. Ich selbst habe die Absicht, dem Herrn Da Oben diesen schriftlichen Bericht bei meiner nächsten Hochkehr vorzulegen. Was er von mir selbst erfahren wird, ist rasant genug, und davon bin ich überzeugt, wird für ihn äußerst erfreulich sein.

Es verlief bisher alles in seinem Sinne. Dass der Plan mit dem Tonbandgerät aufgegangen ist, war wie vorgesehen der Anfang dieser Entwicklung. Plötzlich stand dieses ominöse Gerät auf dem Zimmer 41 der Stabskompanie. Genau wusste es eigentlich niemand, wie es dorthin kam und woher. Der Leser wurde darüber bereits bestens in Kenntnis gesetzt, sofern Sie meinen Bericht bisher interessiert ver-folgt haben. Sie wissen auch, dass die Belegung der vier Zimmerbewohner nicht ganz zufällig war. Nicht bekannt ist mir, ob es Sellerie-Joe, BigBenBu, Widerliche Lilie oder es der Köppi S4 war, der auf den Knopf drückte, sicher ist jedoch, dass die geplante Wirkung nicht ausblieb. Als sich schließlich die „New-Sound-Sellerie-Gammel-Jazzband“ gründete, wurde mir klar, dass ich die richtigen Leute zusammen geklutet hatte (siehe Joe-Report). Marschgesänge wie „Ich bin der Schluder BigBenBu und das der Sellerie-Joe usw.“ schalten seit dem durch die Kaserne. So wunderte es mich auch nicht sonderlich, dass sich gemäß der Vorsehung Gottes weitere Infizierte dieser wundersamen Gruppe anschlossen. Natürlich wussten „Achtpfund“ und „Pommes v.d.R.“ genau so wenig wie „Schöpping“ oder „DivPersMei“ von ihrer Anfälligkeit gegenüber Sellerie, da sie meinen Bericht frühestens erst jetzt lesen können. Fairerweise möchte ich betonen, dass es meinerseits nur eines sanften Klutens bedurfte, sie zu diesem Schritt zu bewegen. Spätestens nach dieser Fusion, die sich als RA-SE-PAKT der Divisionsöffentlichkeit präsentierte, bedurfte es einer Organisation, die in der Lage ist, künftig derartig viele Probleme zu schaffen, dass der Sinn der Organisation nicht in Frage gestellt werden kann.

Da bis zu diesem Zeitpunkt keine wesentlichen Anlässe bestanden, die zu größeren Reibereien oder internen Aufregungen hätten führen können, fand ich es sehr dienlich, dass die Bürokratisierung endlich ihren Lauf nahm. Der Leser/Hörer wird später noch erkennen, welcher Schreib- und Planungsaufwand erforderlich sein wird, um künftigen Aufgaben gerecht zu werden. Erfahrungen eines erfolg-reichen Sichselbstverwaltens konnten bestens von den Strukturen der Stabsverwaltung übernommen werden. Mit meiner Einflussnahme gelang mir die Verteilung der acht Paktisten auf die verschiedenen Referate der DivVerw (hat nichts mit DivPersMei zu tun). An der Schaltstelle der Zentrale bot sich ihnen täglich bei Stunden des Sitzens und des Lauerns die Möglichkeit, sich das nötige Rüstzeug für die kommenden Aufgaben zu erwerben. Es gab Papier zum Schreiben, Stempel zum Stempeln und sogar Brötchen zum Holen. Sie erkannten den Sinn des beschriebenen Blattes und des unbeschriebenen, den Sinn des Ablegens und des Weglegens, des Veraktens, des Vernichtens und des Garnichtstuns. Dies förderte im besonderen Maß den schöpferischen Sinn. Dass manchmal das Telefon läutete, ist für eine Schreibstube immer belebend, spürte man doch dabei die Bedeutung des Amtes und seiner Personen und einer im Besonderen: „Hier 7. Panzergrenadierdivision Unna G1 Geschäftszimmer Stabs-Kompanie ... am Apparat Stabs-unteroffizier Herdehunneke --- Herdehunneke ... H wie Hotel, E wie Echo, R wie Romeo, D wie Delta ... und hinten schließlich wieder E wie Echo. Den Namen merkte man sich besonders gut, da alle im Chor mit alphabetisierten. Schnell gelernt hatte BigBenBu als Schreiber beim DivJugOffz: „Hier die 7. Panzergrenadier-Division Unna, Geschäftszimmer des Divisionsjugendoffiziers Leutnant Graf von Pfeil und Klein-Ellgut, am Apparat Gefreiter Buschmann ...“

Ja, so ließ ich sie lernen, bei G1, G2, DPO, DIVORG, DIVTOP, um nur wenige Ämter zu nennen. Da waren genau die Räume, von denen Gott während meines zweiten Berichtes zu mir sprach: „Du wirst ihnen die Räume und die Möglichkeiten schaffen, die ihrer Entfaltung bedürfen.“ Ich konnte durchaus zufrieden sein mit meiner Zusammenstellung von Raum und Person. Nur etwas stimmte nicht, um der Entwicklung den nötigen Schub zu geben und das war die allgemeine Zufriedenheit hier. Ich sah den Frieden, aber noch nicht den Sturm. Dann erkannte ich ... der Spieß muss weg (Ich verzichte, den Begriff Spieß zu erklären; falls erforderlich, bitte im Brockhaus nachschlagen.). Nicht, dass ich persönlich gegen ihn etwas auszusetzen hatte, doch bot er nicht die nötige Reibungsfläche, die für die erforderlichen Wirbel in der Stabskompanie gesorgt hätte. Hauptfeldwebel Dublaski ließ sich zu wenig erschüttern. Selbst den neu für ihn getexteten Sellerie-Song „Der Spieß in der Unterwelt (viele kennen Jacques Offenbachs Melodie „Orpheus in der Unterwelt“)“ nahm er ungerührt hin. Dass schließlich die ganze Kompanie sang „Ich blaski, nein Dublaski, Erblaski und Wirblaski, Ihrblaski und Sieblaski ... alles blaski in der Kompanie“ ließ Dublaski kalt. Mit ein wenig Kluterei hatte ich, Gott sei hier Dank, seinen Nachfolger gefunden: Winnefeld, Oberfeldwebel. Ich hatte ein gutes Gefühl mit ihm, und es sollte sich bald heraus-stellen, mit ihm einen guten Griff getan zu haben.

Schon beim ersten Kompanie-Appell bewies er seine Vorzüge: „Wenn hier einige von Ihnen da meinen, die da so gewisse Selleriemethoden eingeführt haben, diese so genannten Selleristen mit ihren selleristischen Umtrieben, Leute ich sage Euch, bei mir sind sie an den Falschen geraten, die so genannten Selleristen.“ Genau an den Richtigen. Der Name Selleristen wurde erstmals genannt, wenn auch nur so genannt (Damals sagte man auch die so genannte DDR.). Jetzt wusste ich genau, jetzt geht es los. Die Kompanie sang als Antwort „Gammel und Freundschaft zusammen uns hält, der Sellerismus erobert die Welt ...“ Wie hieß es noch im zweiten Gespräch: Erst vier, dann acht, dann hundert, Operation gelungen, der Patient ist erwacht.
Der Boden war bereitet und der Sellerismus hätte sich durchaus ohne meine Hilfe weiter entwickeln können. Doch wer mich kennt, aber nicht kennt ja keiner, der weiß, dass ich nicht dazu neige, meine Hände einfach in den Schoß zu legen, um es einmal ironisch auszudrücken. Es galt für mich, die kommenden Ereignisse analytisch zu verfolgen und gegebenenfalls für einen nötig werdenden Anschub zu sorgen. Da ich mich auf eine noch halbjährige Verweildauer einzustellen hatte, hielt ich es für sinnvoll, mich erst einmal nach einem persönlichen Rückzugsraum umzusehen. Mangels meiner fehlenden Sichtbarkeit hätte ich natürlich auch überall meine nächtliche Verschwebung finden können, aber ich habe es auch gerne etwas heimelich. Ich entschied mich schließlich für eine lauschige Nische innerhalb der Kantine, wenn man hereinkommt ganz hinten links, noch hinter dem Fußballflipper. Von hieraus bot sich mir ein idealer Rundumblick über den gesamten Saloon, an den diese Räumlichkeit erinnert. Dieser Eindruck bestärkt sich noch durch das Erscheinungsbild und die Gebärden der hier ihre Zeit absitzenden Männerwelt. Bei manchen dieser Zeitabsitzenden schien es mir, sie würden beim Betreten der Kantine mit beiden Händen ihre Colts rotieren lassen, wenn sie nur welche gehabt hätten. Mit wiegendem Schritt eines John Wayne (gestern noch gesehen, ZDF-Spätfilm) steuern sie auf einen Tisch zu, um sich an diesen wild entschlossen ein Bier und einen Heringseintopf reinzuziehen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass diese meine Einschätzung möglicherweise vor meinem (neuerdings) geweckten Interesse für Western-Filme geprägt wurde.

So was kannte ich bisher noch nicht. Woher auch? Obwohl sich kaum etwas meinem Blickwinkel entzog, befand sich der Tresen nicht in unmittelbarer Nähe meiner Nische. Die lang gestreckte Theke stand von mir aus in Gegenrichtung und bot mir nur die Rückenansicht der hier Verweilenden. Meist Unteroffiziere, die hier nach irgendwas getaner Arbeit ihren damit verdienten Feierabend ausklingen ließen. So konnte ich ihn auch nur von hinten sehen, den alten weiß-haarigen Hauptfeldwebel. Ich fragte mich, ist das vielleicht ein „alter Haudegen“, von dem ich habe schon Leute sprechen hören? Mit verknitterter Uniform (gerechterweise ist anzumerken, dass die Vorderseite durchaus hätte gebügelt sein können, denn die entzog sich meinem Blick) saß er stets auf dem gleichen Hocker, um sich seine diversen Bierchen zu kippen. Und wenn der Wirt ihn fragte: „Nochen Bierchen, Bruno?“ antwortete er mit abwehrender Handbewegung: „Ne, jetzt nicht mehr Freddi, ich muss noch fahren. gib mir besser noch einen Wacholder.“ Nun ist eine Kantine kein Nachtbetrieb, und mit der Zeit erweiterte ich meinen Wortschatz um das Wort „Zapfenstreich“. Der ist um 10:00 Uhr abends und der Zeitpunkt allgemeiner Bettruhe. Spätestens dann betritt ein nüchtern wirkender Wachhabender den Raum mit einem Sheriffblick, der ausdrücken soll: Sekt, ich bin da, ich beherrsche die Szene. Ihm obliegt es jetzt, einerseits die Wehrtüchtigkeit der noch Verbliebenen zu überprüfen, andererseits diese zum sofortigen Verlassen des Etablissements aufzufordern, den entstehenden Ärger meist schon voraussehend: „Was sitzen Sie noch hier herum, Sie haben bereits auf Ihren Zimmern zu sein.“ „Wir wollten gerade gehen, da bekam ich diesen verflixten Krampf in meinen Fingern ... sehen Sie mal, ich kriege das Glas nicht mehr aus der Hand.“

„Wollen Sie mich verscheißern, Sie?“ „Herr Hauptfeldwebel, das hat er in letzter Zeit immer häufiger, das Leiden, aber so schlimm wie heute...“ „Das darf doch wohl nicht wahr sein, zeigen Sie mal her.“ „Auf keinen Fall anfassen, Herr Hauptfeldwebel, auf keinen Fall mit Gewalt.“ „Huhu, huhu ... ich glaub die schwellen immer mehr an.“ „Ruhig bleiben Joe, ganz ruhig, das ist aber auch kein Wunder, bei all dieser Aufregung hier.“ „Nun stellen Sie sich mal nicht so an Sie, Sie sind Soldat Mensch und jetzt die Hand auf!“ Von diesem Gezeter angelockt wendeten sich jetzt auch die restlichen Verbliebenen der
„Schön guten Morgen Petrus!“ „Ach ne, sieh da, der Luut, lässt sich der Herr auch mal wieder blicken. Du hast Dich wohl verschwebt?“ „Nein, ich hatte nur so eine ungeheure Sehnsucht nach Dir, mir fehlte Deine Fröhlichkeit. Schade, dass es mir nicht vergönnt ist, noch etwas mit Dir zu plaudern, aber ich muss unbedingt mit dem lieben Gott reden.“ „Pech gehabt, Du kannst da jetzt nicht rein, der LG hat eine wichtige Besprechung.“ „Eine Besprechung? Mit wem denn?“ „Moses, Jesaja und Jeremia sind bei ihm, falls die Namen Dir überhaupt etwas sagen, die alte Garde aus dem AT.“ „Und worum geht`s?“ „Mir sagt keiner was, ich frage nichts, ich steh ja nur an der Tür.“ „Ja eben, deswegen frage ich Dich ja.“ „Frag ihn doch selbst. Wenn er Zeit für Dich haben sollte, werde ich es Dir mitteilen.“ „Oh wie gnädig von Dir, dem Petri sei Dank!“ Da ich nicht gedachte, mich allzu lange hier Da Oben aufzuhalten, passte mir die unerwartete Verzögerung ganz und gar nicht. Um nicht noch weitere Zeit zu verlieren, halte ich es für geboten, während des Wartens meine Leser/Hörer mit unnötigem Geschreibsel zu verschonen, und werde sie erst teilnehmen lassen, wenn es wirklich zur Sache geht.

„Halleluja und Gott segne Dich, Gott!“ „Ach Luddi, was für eine Freude, Dich wieder zu sehen. Komm Bruder, lass Dich umschweben, wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen, nun, wie schwebst Dir?“ Aus angeführten Zeitgründen verzichte ich vom üblichen „Setz Dich, hahaha“ zu berichten, auch möchte ich mich nicht dem Verdacht aussetzen, meine Geschichte durch ständige Wiederholungen in die Länge ziehen zu wollen.

Doch ehe ich mit ihm Klartext sprechen konnte, dehnte Goddi seine Begrüßungszeremonie weiter aus: „Lass Dich doch mal anschauen, mein Bruder. Verändert hast Du Dich, irgendwie reifer geworden, so erwachsen.“ „Mag ja sein, Reisen bildet eben.“ „Nun bin ich aber neugierig, was Du mir Neues von den Gestreiften und Bronzierten und besonders von unseren Unbefleckten zu berichten hast.“

Mein Gott, dachte ich mir, er ist immer noch auf dem Stand der grauen Männchen, habe ich denn solange nicht mehr mit ihm gesprochen? Was hat sich alles in einem Jahr verändert. Wie sollte ich ihm diese riesige Entwicklung nur in wenigen Stunden erklären. Diesbezüglich war ich froh, ihm erstmalig den JOE-REPORT vorlegen zu können, der mir viel Aufklärungsarbeit ersparen würde. Es wäre nur unmöglich gewesen, all die hier aufgelisteten Dokumente, Erlebnis-Berichte, die vielen Lieder und die ganzen Ratsbeschlüsse erläutern zu müssen. So versuchte ich, ihm wenigstens in groben Zügen die wichtigsten Ereignisse näher zu bringen, darauf hoffend, nicht zu häufig unterbrochen zu werden.

Meine Schilderung über den gelungenen Start mit dem Lied „Sellerie“, das wunschgemäß dem Tonband entlockt werden konnte und dann die erhoffte Begeisterung auslöste, quittierte er mit einem zufriedenen Schmunzeln. Meinen Hinweis auf die rasante Zunahme der Selleristen bis hin zu den Knollenmännern kommentierte er begeistert mit den Worten: „Na, hab ich`s nicht gesagt?“ Als ich schließlich auf den sich konstituierten Sellerierat mit seiner gesetzgebenden Verfassung zu sprechen kam, zeigt er sein besonderes Interesse. „Eine lobenswerte Einrichtung und für die weitere Entwicklung unumgänglich. Wie ist es dazu gekommen, Luut, und wie setzt er sich zusammen?“ „Durch die lawinenartige Zunahme von selleristisch infizierten Hoffnungsträgern, zunächst eingeteilt in Knollenmännern und Wurzelanten, bedurfte es dringlichst einer besonderen Legislative.

So gründete sich der vierköpfige Sellerierat mit den Vorstandsmitgliedern Sellerie-Joe, Widerliche Lilie, BigBenBu und Cöppi S4. Sie beauftragten sich als einzig vertretungs-berechtigtes Organ mit alleiniger Verfügungsgewalt. Be-merkenswert ist, dass für diese Position keine Wahl mehr erforderlich ist, sondern lediglich eine verantwortungsvolle Selbstbestimmung. Alle vier Kandidaten erhalten einen Zettel zur eigenen Person, auf dem sie ihre Entscheidung ankreuzen können:

a) Ja, ich halte mich für gut und bleibe
b) Nein, ich tauge nichts und gehe

Ich muss betonen, es hat bei diesem Modus noch keinerlei Probleme gegeben, bisher haben sich alle ohne Rücksicht auf ihre Person für gut gehalten. „Da siehst Du einmal wieder, Luddi, ehrlich währt am Längsten, aber haben sie denn schon irgendwelche Gesetze verabschieden können?“ „Durchaus, aber ich will hier nicht alle aufzählen, denn einige sind doch entweder mehr ritueller oder legislativer Nuancierung.“ „Legislativer Nuancierung, mit welchen Worten Du mittlerweile herumwirfst. Du hast Dich wirklich verändert.“ „Also verfassungsrechtlicher Art, aber hervorheben möchte ich den § 7 Abs. 1, 2, 3, 4 SG, weil dieses Gesetz nicht nur sehr praxisnah ist, sondern in den bisherigen Anwendungen auch sehr erfolgreich. Dieses Gesetz, beschlossen am 12. Juli dieses Jahres, regelt die Verleihung von Orden und Verehrungssymbolen im Rahmen selleristischen Wirkens und Dienenwollens. 
 
Es ist nicht zu bestreiten, dass der große Erfolg der Selleristen auf die kontinuierlichen Verherrlichungen ihrer Gefolgschaft zurückzuführen ist. Schon frühzeitig konnten sie den Pommes3 v.d.R. mit einem ESO, Einfacher-Sellerie-Orden, auszeichnen.

Nebst zugehöriger Trageberechtigung, unterzeichnet von den großen Vier des Rates. Schon einen Monat später fand in einem feierlichen Rahmen die nächste Ehrung statt. Der DivPersMei wurde mit dem Sellerie-Persiflage-Orden ausgezeichnet, verbunden mit seiner Ernennung zum Divisions-Persiflage-Meister. Du siehst, die Selleristen bemerken sehr frühzeitig, wie hervorragend sie alle sind.“ „Wirklich ich muss sagen, eine gute Einrichtung, wir hier Da Oben verherrlichen uns eigentlich viel zu wenig, wenn überhaupt.“ „Du solltest mal gelegentlich darüber nachdenken, gerade wo das Gute doch so nah liegt, direkt vor Deiner Tür.“ „Du denkst an Petrus? Goldener Schlüssel 1. Klasse? Mit Trage-Berechtigung auf Pergament?“ „Warum nicht? Und mit allem drum und dran nach selleristischen Brauch. Erst Einmarsch aller bisherigen Würdenträger und Aufstellung zur Vergatterung, dann folgt der Aufruf an den Würdenempfänger. Dieser wird nun von den Vergatterten ebenfalls vergattert. Vergatterung bedeutet übrigens Einschwörung, ich sage Dir das nur, um einer weiteren Anspielung von Dir auf meine veränderte Ausdrucksweise zuvorzukommen.“ „Findest Du nicht, dass diese Bemerkung ein wenig unpassend ist, wenn nicht sogar anmaßend?“ „Ob anmaßend oder nicht, ich will endlich weiterkommen mit meiner Berichterstattung, denn ganz so viel Zeit habe ich heute nicht.“ „Dann lass Dich doch nicht aufhalten, Du bist doch derjenige, der hier die ganze Zeit herum quatscht.“ „So, es interessiert Dich also gar nicht, dabei warst Du es doch, der das ganze Unternehmen angeleiert hat.“ „Also Luddi, komm lass wieder gut sein, erzähl mir, wie es mit der Ordensverleihung weitergeht, nach der Vergatterung.“ „Bei der Feierstunde für DivPersMei hielt dann der Sellerie Joe seine Laudatio unter Nennung der Gründe für die Auszeichnung. DivPersMei bedankte sich auf seine Art mit einer Rede über Vergangenheit und Zukunft. Anschließend bedankten sich alle und gratulierten sich gegenseitig.

Zum Ausklang überraschte der Achtpfund noch die Anwesenden mit einem von ihm geschaffenen Poem, das er von Ovationen begleitet selber vortrug:

1. Strophe  
    
Krach bum bum
Krach bum krach bum klirr
Selleries sind nun all hier


2. Strophe

Krach bum bum
bum bum klirr
nun sind sie hier


„Naja, Luddi, der Text ist vielleicht etwas, wie soll ich sagen, ein wenig eigenwillig. Doch Literatur ist auch immer eine Sache des persönlichen Anspruchs, aber immerhin, die 2. Strophe hat was.“ „In dem Zusammenhang fällt mir ein: Ich habe Dir die 1. Ausgabe des JOE-REPORTS mitgebracht, da solltest Du unbedingt einen Blick reinwerfen. Hier findest Du das ganze selleristische Liedgut nebst weiteren poetischen Werken. Darüber hinaus erhältst Du einen umfassenden Überblick über alle bisherigen Aktionen vor Ort. Sellerie-Joe hat alles akribisch protokolliert. Hier, schau mal rein.“ „Da Goddi keinerlei Anstalten machte, sich dem Schriftstück zuzuwenden, sah ich keine Wahl, als meine Berichterstattung zumindest auf das Wesentlichste begrenzt fortzusetzen. So verschwieg ich ihm auch nicht die Anklage gegen Cöppi S4 vor dem Selleriegericht. Der Prozess zog sich viele Wochen hin. Durch die vielen der Sache nicht immer dienlichen Zeugenbefragungen häufte sich das Aktenmaterial derart an, dass eine Urteilsfindung immer schwieriger wurde. So hatte ich für Goddis Zwischenfrage volles Verständnis, was dem Cöppi eigentlich vorgeworfen wurde. Ich antwortete ihm, BigBenBu zitierend, der anlässlich eines WDR-Interviews zur gleichen Frage eine treffende Aussage machte:
BigBenBu Was ihm wirklich vorgeworfen wurde, wusste nach Anhörung der vielen Zeugen nachher keine mehr so richtig. Aber es muss etwas ganz schlimmes gewesen sein, denn Sellerie-Joe hat bei der Verhandlung fürchterlich geschimpft, und auch wir anderen waren empört über die ruchlose Tat.
      
WDR Aber über welche Tat? Wenn kein schuldhaftes Verhalten bekannt war.

BigBenBu Das war ja gerade das Ungeheuerliche von Cöppi S4. Durch sein fehlendes schuldhaftes Verhalten sind wir genötigt worden, uns völlig grundlos aufzuregen. Er raubte unserer Empörung jegliche Grundlage.

An der Gestik meines Bruders bemerkte ich, dass meine Prozessschilderung nicht gerade

Begeisterung auslöste. Darum teilte ich ihm ergänzend mit, dass der Racheadler als höchstes Organ selleristischer Gerichtsbarkeit durch Nichtpiepen ein rechtskräftiges Urteil verhinderte. Diese Feststellung versetzte ihn in einem Zustand ungläubigen Staunens und veranlasste ihn, eine Zwischenfrage zu stellen. „Racheadler, was für ein Rachel-Adler?“ „Der Racheadler ist ein Vogel, der eigentlich ein Wellensittich ist, sich jedoch nach näherem Betrachten des Schnabels als ein Halligvogel entlarvte. Aber ich kann Dir hier wirklich nicht alles erklären, es wäre kein Fehler, wenn Du zwischendurch einmal in den JOE-REPORT schauen würdest. Doch so viel sei noch gesagt, dass der Cöppi durch seine Schläge auf dem Eimer wieder würdig in den Kreis der Selleristen aufgenommen wurde.“ „Du hast Dir angewöhnt, in Rätseln zu sprechen, was für ein Eimer?“

Es war an einem lauen Sommerabend. Die untergehende Sonne trieb ihr neckisches Spiel mit den majestätisch vorbeiziehenden Wolken, die sich in ein tiefes rosa färbten, die Mücken tanzten.“ „Komm zur Sache Luut, ich denke Du hast es eilig!“ „Also Cöppi fand da einen Eimer, nahm einen Stock zur Hand und haute fünfmal drauf.“ „Fünfmal? Übertreibst Du auch nicht, das ist ja wirklich eindrucksvoll.“ „Fünfmal, unnachahmlich, einfach drauf. Heute gehören die fünf unnachahmlichen Schläge auf den Eimer zum Ritual, und Cöppi muss diese bei jedem bedeutenden Anlass wiederholen.“ „Haben Sie denn auf ihrem Zimmer überhaupt Platz für dererlei Relikte?“ „Zimmer? Verschone mich, auch noch von dieser Räumlichkeit berichten zu müssen. Nur so viel sei gesagt, sie ist zu einem Wallfahrtsort wissenshungriger Außenstehender geworden. „Wo geht’s zur Selleriebude“, fragen sie. Geradeaus Kamerad, da wo die Knollenfahne aus dem Fenster hängt. Rotweiße Flagge mit goldenem Knollenzeichen. Was meinst Du, was da los ist. Tausende strömen herbei, nur um einen Blick in die Bude zu werfen und um sich in die Gästeliste einzutragen.“ „Tausende? Lieber Luut, ich merke, dass Du immer mehr zu Übertreibungen neigst, es werden wohl eher Hunderte gewesen sein.“ „Ja und? Wenn ich von Hunderten gesprochen hätte, würdest Du doch glauben, es waren nur zehn gewesen, also gut, Hunderte. Sie sahen erstmalig eine Unterkunft mit modellierten Füßen, die durch die Decke treten. Auf dem Teppich Nierentisch mit Cocktailsesseln. Betten mit eingehängten Entspannungsschlaufen für die gestiefelten Beine.

An Wänden und Türen eine Orgie wirrer Bilder und Plakate. Akten, Schuhe, Orden, Socken, nichts entzog sich den staunenden Blicken, weder Vogelkäfig, Telefon, Bongo-Trommel noch die Gitarre mit den drei verbliebenen Saiten, auf der BigBenBu Karras „Dritten Mann“ intonierte mit dem Hinweis, für jeden Mann eine Saite.“ „Haha, haha!“ Hast Du was gesagt, Gott?! „Ne, ne, nur laut gelacht, erzähl weiter.“ „Ach so, und außen an der Tür stand: NR. 41, Vorsicht Sie betreten die Selleriebude. Ach ich könnte noch so viel erzählen.“ „Nun Luddi, nun beruhige Dich erst einmal, Du bist ja ganz aufgekratzt, man könnte glauben, Du würdest am liebsten mit dabei sein. Vielleicht willst Du deswegen so schnell wie möglich wieder nach Da Unten zu Deinem Joe und dem Bu.“ „Und zu all den anderen. Mansch-Mal denke ich darüber nach, was Du noch alles mit ihnen vorhast. Ich frage mich wirklich, muss das alles sein? Hast Du deswegen mit Deinen alten Kameraden vom Alten Testament gesprochen, habt ihr was ausgetüftelt, das Du mir verschweigst?“ „Nun hör mir mal gut zu, mein kleiner Bruder, mir ist es nicht entgangen, wie Du dem Himmel immer mehr entrückst. Du solltest Dich darauf besinnen, wer Du bist und wo Du herkommst und nicht so sehr wohin Du willst und was Du sein möchtest. Schließlich bist Du immer noch ein Bruder Gottes und nicht der hundertste Knollenmann von Sellerie-Joe. Dennoch Luddi, Du sollst wissen, dass ich Dich immer liebe. Der Herr ist mit Dir auf Deinen Weg nach Da Unten.