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Das Dorf an der B7 zwischen Meschede und Brilon.Das in Schloß Antfeld war Sitz derer "von Papen-Lohe"
Aus der Vogelperspektive. Ganz links mein Büro.Und jedes Dorf hat einen Schützenverein, so auch Antfeld.Wiedersehen im Jahr 2003. Eine Schieferlore.
Der Zusammenbruch der Warsteiner-Eisenwerke 1967, war für die älteren Kollegen ein Drama. Für uns Jungen regelte sich die Situation sehr schnell und jeder der wollte, hatte schnell wieder einen Job. Auf 10 Bewerbungen, die ich herausgeschickte, bekam ich 9 Zusagen. In aller Ruhe konnte ich mich umsehen und mir das Richtige aussuchen. Die Weltfirma "DuPont" wollte mich sofort übernehmen und als Konstrukteur einstellen. Zunächst sollte ich dann für 1 Jahr in die USA zur weiteren Ausbildung und dann in Hamm meine eigentliche Arbeit aufnehmen. Sehr reizvolle Aussichten, aber dann kam ein Telegramm. Gescha-Werke, Antfeld: "Bitte rufen Sie Hr. Hölter an"
Das Telegramm vom 27.11.1967Friedhelm Hölter
Als ich am Montag den 27.11.1967 gutgelaunt von einem Vorstellungstermin bei der Firma DuPont nach Hause kam, "überfiel“ mich mein Vater gleich mit einem Telegramm. „Hier, du hast aus Antfeld von einer Firma GESCHA ein Telegramm bekommen, sollst dich vorstellen.“ Antfeld, wo liegt den Antfeld?“ Ich kannte diesen Ort tatsächlich nicht, obwohl er nur 20 km von unserer Wohnung entfernt lag. Über Suttrop, Kallenhardt, Nuttlar und schon war man in dem 500 Seelen-Örtchen im Sauerland.  

Ich telefonierte mit dem Kaufmännischen Leiter Friedhelm Hölter und vereinbarte gleich für Mittwoch um 16:00 Uhr einen Besprechungstermin, an dem die beiden Brüder Kurt und Bruno teilnehmen wollten. Als ich eine halbe Stunde vor dem abgesprochenen Termin in Antfeld einbog, fuhr gleichzeitig ein Opel-Kapitän auf die B7. Mir war klar, dass muss einer der Chefs sein. Denn in einem Ort mit 500 Einwohnern, wird es kaum noch jemand mit einer derartigen Limousine geben. So war es dann auch. 

Ich musste zur Schulstraße 1 aber hier stand eine alte heruntergekommene Volksschule. Der Haupteingang war nicht benutzbar aber ich fand einen Seiteneingang, der mit transparenten Wellplatten abgedeckt war. Über die Hinterhaustreppe erreichte ich eine bewohnte Etage und an der Korridortür begrüßte mich Fräulein Eilinghoff. Sie wies mir einen Platz in dem "Besuchszimmer“ an. Es war lausig kalt und der Einkäufer Walter Gödde (Gustav-Ökonom-Dora-Dora-Emil) kam mit einer Kanne und goss Öl in den Tank, zündete den Ofen und es wurde langsam wärmer aber dafür stank es jetzt enorm nach ÖL. Vorsichtshalber ließ ich meinen Mantel an. Nach wenigen Minuten stellte sich Friedhelm Hölter vor und es war Sympathie auf dem ersten Blick.  

Nach 20 Minuten spielte sich etwas ab, was ich in der späteren Zusammenarbeit immer übliche Vorgehensweise für die beiden Brüder
Kurt Schulte *08.11.1935 † 27.10.2007 (72) - auf meinem 66. GeburtstagBruno Schulte *30.12.1938 † etwa Ende 1996 (58)
Der Arbeitsvertrag wurde......sofort formuliert und unterschrieben.
Die beiden Firmengründer und Geschäftsführer Kurt und Bruno Schulte. Leider sind sie viel zu früh verstorben. Ich habe nie wieder eine derartige Harmonie in der Zusammenarbeit zweier Geschwister erlebt, die ein gemeinsames Unternehmen führten. Jeder war stolz auf seinen Bruder und gönnte ihm seine Erfolge. Kurt war gelernter Schlossermeister und hatte kaufmännische Ambitionen. Bruno war als Schmiedemeister für den technischen Bereich zuständig.

Ich bin heute noch froh darüber, beiden begegnet zu sein. Sie forderten mich und schenkten mir ihr volles Vertrauen. Es hatte sich ein Dreigestirn gefunden, dass sich in allen erforderlichen Bereichen ergänzte, um aus einem kleinen Handwerksbetrieb die Nummer 1 im Treppenbau zu werden. Hinzu kam, dass beide ein Handicap hatten, dass sie zurückhaltend im Umgang mit fremden Personen waren.

Ich glaube ich war der 36zigste Mitarbeiter und als ich ging hatten wir beinahe 400 Arbeiter und Angestellte auf der Gehaltsliste.

Diese gemeinsame Zeit wurde für mich ein praxisnahes Studium, dass mir keine Universität der Welt hätte vermitteln können. Für meinen weiteren Lebensweg waren die vielseitigen Kenntnisse und Fähigkeiten sehr hilfreich.
Alten Schule 1967Die Schule heuteDas Dorf im WinterDas Haus von Bruno Schulte
Vor der "Alten Schule." Hier hatte ich eine neue Treppe anbauen lassen. Foto für einen Katalog.Gudrun Vollenberg. Auf dem Bild 18 Jahre alt, war 10 Jahre meine Sekretärin und rechte Hand.Der Umzug geht los. Eine Woche lang wurde gepackt und verladen und wieder ausgepackt.Als ich 1978 wechselte, sagte sie: "Als Chef unbequem aber ich habe viel gelernt in den Jahren."
Fröhlicher Feierabend auf dem Schieferberg. Wir hatten geraden den Holzbau für unsere Treppenstufen im Rohbau fertiggestellt. Unser Freund und Lieferant Dieter Krüger (Geschäftsführer und Inhaber der Weyers-Druck, Brilon) und sein Druckermeister Hr. Schem kamen rein zufällig vorbei. 
"Hallo!""Schon wieder essen!""Schnitzel mag ich." "Und wir müssen zusehen!"
"Ich habe auch Hunger!""Achtung, da kommt "Er!""Was treibt ihr denn hier?"38 Jahren später.
Meine ersten Konstruktionsskizzen. Ich habe Verbindungs- und Befestigungselemente systematisiert, so dass wir 70% der Treppenanlagen vorfertigen konnten, obwohl jede Treppe ein Maßanzug war.
Schon bei meiner Einstellung habe ich mich über die etwas seltsame Namensgebeung gewundert. Es hörte sich für Unbeteiligte eher nach einem japanischen Saunaclub an und nicht nach einer Handwerksfirma.
Anruf von Kurt Schulte: "Wir brauchen einen anderen Firmennamen. Muß universell und einprägsam sein. Möglichst nur zwei Silben und soll etwas mit bauen zu tun haben."