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Einer der Auftritte von Spieß Winnefeld. Er mochte uns nicht und wir mochten ihn nicht. Irgendwie vermissten wir unseren Hauptfeldwebel Dublaski.
Jeden Morgen das gleiche Spiel: Antreten, in Reih und Glied aufstellen und hören was uns unsere Feldwebel und Unteroffiziere an uns auszusetzen haben, worüber sie sich über uns geärgert haben und welche Konsequenzen das für uns haben werde. 

Keiner hörte richtig zu, die einen, weil sie noch zu müde waren und die anderen, weil sie spätestens nach den ersten vier Wochen festgestellt hatten, dass es sich hier doch nur um tägliche Wiederholungen handelte. Für uns eine prima Gelegenheit, sich auszuquatschen bevor es wieder an den Schreibtisch ging: „Weißt du wie Borussia gespielt hat….bist du noch mit der Blonden aus Werl zusammen…gehst du heute Abend mit nach Wicke zum tanzen?“ Oder: „Der Orlich hat den Arm im Gips, soll besoffen vom Barhocker gefallen sein…Stuffz. Bratkopp wird auch immer fetter…Gott sei Dank, morgen ist Wochenende“.  
Tag für Tag, 18 Monate lang der gleiche Trott: 06:00 Uhr Wecken, 06:45 Uhr Frühstück, 07:45 Uhr Antreten, 12:00 Uhr Mittagessen, 17:40 Uhr Abendessen, 22:00 Uhr Zapfenstreich. Hin und wieder gab es eine kleine Abwechslung wie am 15.06.1962 11:00 Uhr Verladen der Geräte, 13:00 Uhr Aufbau des Divisionsgefechtsstandes in Hengsen. Leitung der Verladung Oberleutnant Meyer und Leitung der Übung Kompaniechef Hauptmann Bieg. Das war immer eine lustige Angelegenheit, wir stellten uns erst einmal dumm und befanden uns damit auf dem geistigen Niveau der Unteroffiziere und Hilfsausbilder. Sie hatten nun wirklich keine Ahnung, konnten aber alles erklären. Alles lief schief und endete meist im Chaos.
Heute kommt ein Kardinal in's Offizierskasino. Nach dem "Fahrer vom Dienst" bin ich Ordonanz mit weißer Uniformjacke.  

Ich habe noch nie so viele hohe Ränge so besoffen gesehen. Zu vorgerückter Stunde haben wir Ordonanzen die Biere immer mit einem Doppelkorn getauft und das zeigte seine Wirkung. Ein Oberstleutnant bot mir um 24:00 Uhr an: "Du kannst Willi zu mir sagen"

Ich habe nie verstanden, warum er am nächsten Tag, als ich ihn zum Bahnhof fuhr, auf  die Anrede "Moin Willi" so widerlich reagierte?!
Allzeit bereitKampfanzug mit BügelfalteHeute einmal LKW
Jochen Buschmann schaufelt SchneeWaldemar Hauser ist bereitRevierinspektor Buschmann pfeift drauf
Es gab keine Putzfrauen, die Soldaten mussten ihr Heim und die Umgebung selber pflegen. Jochen Buschmann und Günther Mertens waren für den Apellplatz zuständig. Ich hatte mir außerhalb der Kaserne den Tennisplatz am Offizierskasino "ausgesucht". Das war ein guter Job, hin und wieder die weißen Bänder nachnageln oder die Löcher in der rote Asche ausbessern.

In dieser Zeit waren Pepita-Anzüge hochmodern und ich wollte unbedingt einen haben. Das Geld dafür gab es von meiner Oma aus Castrop-Rauxel und die rote Asche bekamen wir von der Kokerei der Zeche ERIN in Castrop. Es war klar, dass ich unter den gegebenen Umständen dringend die Asche benötigte, um auf dem Rückweg über Dortmund beim Herrenausstatter FISCHER vorbeischauen zu können. Ich orderte also einen 27-Tonner und zwei weitere Fahrer, ein Eimerchen und ein Schüppchen. Wir fuhren erst zur Zeche, schauten bei meinem Onkel Franz im Labor vorbei und nahmen die "Ladung" auf. Nach diesen Anstrengungen “tuckelten“ wir zur Ringstraße und klingelten bei der Oma an. Es gab bei ihr wie immer ein opulentes Essen für die armen Soldaten und bevor wir uns verabschiedeten, fand die "Kapitalübergabe" statt. Mit vollem Bauch und gut gelaunt machten wir uns auf direkten Weg zum Westenhellweg. Der Anzug war Klasse und kostete damals 98,00 DM. Glücklich über die organisatorische Meisterleistung kamen wir nach 5 Stunden pünktlich wieder zum Feierabend in der Kaserne an.

Es machte uns auch nicht traurig, dass der Eimer auf der riesigen Ladefläche umgekippt war und die rote Asche in alle Winde verstreut war umgekippt.
18 Monate mit neu gefundenen Freunden auf engsten Raum zusammenlebenwar zunächst nicht einfach. Jeder hatte seine Macken, aber nach einer gewissen Zeit hatte man sich an das neue Leben auf Zeit gewöhnt und es entstanden Freundschaften, die bis heute gehalten haben.
Ein Kartenspiel zum Zeitvertreib.Adolf Laubig gewinnt das Spiel.Darauf trinken wir!
Am Abend etwas HausmusikPaul Hundeloh macht mitFernandel, Karl und RolfEin bisschen schmusen...
...etwas balgen......wieder vertragen......aber auch noch Schuhe putzen...
...eine Gutenachtgeschichte vorlesen......und dann ab in die Heia.
Montags beim Stab. Eigentlich war man schon vom Abreißen derzwei Kalenderblätter übermüdet. Jeder hatte irgendetwas zu berichten undrichtig arbeiten mussten wir zu keiner Zeit. Aufgrund der Kuba-Krise wurde unsere Dienstzeit um 6 Monate verlängert – es war so eine Art Bereitschaft. Die Kompanie wurde von 120 Mann auf 240 Mann aufgestockt, aber Arbeit für alle gab es nicht. Und weil das so war und weil unsere Klicke sehr kreativ war, nutztenwir die Zeit zum Aufbau unsere Idee, dem Sellerismus.  
Nachschub Offz. Hauptmann TroitzschOberfeldwebel Bolczik erklärt
Schwierige Debatten auf "höchster" Ebene"Treffer und versenkt" Schiffe versenken in der Panzerdivision
Wo ist das verdammte A ???Schau her, hier liegt WarsteinOrder muss sein!Uffz. Lipiensky denkt nach
Frau Trattner, immer nervös"Guten Morgen Herr Linke""Mann, ich bin Oberfeld!"Paul spricht mit der "Granate"
West-OstgefälleHeute ist Montag"Hier, mach du den Kram"
Irgendwie machten sie nichts mehr her, so in zivilen Anzügen.
Von links: Manthey, von Pfeil und Kleinellguth, BiegU.A.: Hundeloh, Cöppicus Röttger, Herbold
Unsere Abteilungsleiter, die ehemaligen "Frontenschweine" wurden wieder aktiviert und waren jetzt unsere Chefs. Sie ließen uns unseren Dienst machen ohne besonders zu stören und sie waren froh, wenn nichts Außergewöhnliches passierte. Jochen Buschmann war in dieser Abteilung (Pressestelle + S1) und hat mir diese Bilder überlassen. Leider habe ich keine Bilder von Major Wenner, der irgendwann einmal in der Bild-Zeitung (inzwischen General) auf der ersten Seite stand und vom Dienst zurücktreten musste, weil er wohl zu viele Privatangelegenheiten auf Staatskosten erledigen ließ.
Das Layout ist ein Frühwerk von Jochen Buschmann. Ich erkenne darauf Wolfgang Paul und Jürgen Schütz, die BVB Spieler und OFW Assheuer. Was Winnefeld wohl dem Jochen erzählt?
OFW. Winnefeld, OFW Leimbach und FW. Assheuer. "Du Assheuer, hasste schon gehört, Orlich ist vom Barhocker gefallen!"
Die StabskompanieWinnefeld mittendrin
Irgendwann muss wohl irgendeine Soldatenfrau von irgendeinem Stabsoffizier gesagt haben: "Otto du bist zu dick!" Denn, plötzlich war marschieren angesagt. Etwas für die Gesundheit tun, mal spüren wie es ist Soldat zu sein.

Wenn für die Stabskompanie marschieren musste, dann war das immer mit einem riesigen Spektakel in der Kaserne verbunden. Die Fernmelder, die uns allesamt für Bürohengste hielten, lagen in den Fenstern und johlten laut. Nichts klappte wie es sollte. Die Vorgesetzten völlig überfordert, gaben mal diesen und mal jenen Befehl. Alles ohne Sinn aber dafür laut. 

In Hemer sangen wir „Ein Heller und ein Batzen“ und hier pfiff die ganze Kompanie den River-Quai-Marsch.
Ein Jahr nach unsere Entlassung lud uns Jochen Orlich zu einer Kostümveranstaltung in die Kaserne ein. Ich lieh mir von "Funken Opa" den alten Sonntagsanzug und bekam für mein Outfit den ersten Preis. Danach habe ich Orlich nie wieder gesehen.
Seeräuber Jochen OrlichGisela und Frau 'Zigarette' OrlichTanzen ist angesagt
Siegerehrung 1. der Mädels.Ich bekam den 1. Preis als Opa.Es war eine schöne Feier.
Kegelabend mit Stuffz. Wiede. Ein Abend der Kartenstelle in Unna zur Karnevalszeit 1962. Von links: Rolf Herbold, Waldemar Hauser, Ich nur und Jochen Orlich. 
Hans Wiede zeigt mir seinen BallermannDer Panzergrenadier HenneckeWaldemar Hauser übt den Ernstfall
Die Festzeitung der TopographieSoldaten der KartenstelleDie Meinung der Chronisten über mich
Noch auf ein Bier in die Kantine zu Herrn Ulrich. Der Dienst in der Kartenstelle war heute besonders hart. OFW Orlich erzählte uns zum "hunderstenmal", wie er es geschafft hat, vom Betreiber einer Selters-Bude in Regensburg, über eine Ausbildung zum Dekorateur nun zum Oberfeldwebel des Deutschen Heeres ernannt zu werden. Seine Erzählungen hingen uns zum Hals heraus.