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Ein Onkel von mir war Maschinist auf einem XII C Boot in der Ostsee. In den letzten Kriegtagen wurde das Uboot einige Meilen vor dem Heimathafen Flensburg torpediert und mehr als die halbe Mannschaft kam ums Leben. An Land gerieten sie noch in einen Hinterhalt und mit mehreren Lungensteckschüssen überlebte er bis vor zwei Jahren verstarb. Als Kind hantierte ich schon mit seinen Ausrüstungsgegenständen, die er im Laufe der Kriegsjahre mitgebracht hatte. Seine Geschichten fand ich immer äußerst spannend. Ganz besonders reizte mich die raffinierte Technik. Ja, und so bin ich als Landratte zur "Seefahrt" gekommen.
Ein reger Schriftwechsel entwickelte sich mit dem Verteidigungsministerium. Mit Herrn Kraft tauschte ich mich aus und er war selbst Korvettenkapitän aber nach eigenen Angaben nie ein Schiff gesehen. Das war sicher mächtig übertrieben aber er derzeit ein reiner Verwaltungsoffizier der Marine mit dem entsprechenden Dienstgrad. Telefonische Feinabstimmung erledigte ich zusammen mit Kapitänleutnant Fischer, der bei der 3. Flottille in Eckerförde seinen Dienst am Stützpunkt der Uboote versah. Ein netter Kerl. 


Mein Besuch beim 3. U-Boot-Geschwader Eckernförde 26.08.1985
Es war ein einzigartiges Erlebnis. Ich meldete mich bei der Hafenwache und nach einer strengen Kontrolle, wies man mich an, mit meinem Auto zum Hauptgebäude zu fahren und mich bei Kapitänleutnant Fischer zu melden, der würde mich zum Flottillenstab bringen.

Vor dem Gebäude wurde ich schon vom Technischen Offizier von U18 empfangen. Er sagte mir, dass der Chef der 3. Flottille, Korvettenkapitän Hartmut Manseck mich erwartet aber er sei mit einigen U-Bootkommandanten in einer Besprechung und ich sollte dazu stoßen. 

Als wir den Raum betraten, kurzes Schweigen und dann breitete Hr. Manseck die Arme auseinander und hieß mich herzlich willkommen: "Bitte nehmen sie Platz so viel sie wollen, wir sind gleich durch." Obwohl ja alles was mit U-Booten zusammen hing "obergeheim" war, durfte ich noch beim Rest der Besprechung mit 4 U-Bootkommandanten beiwohnen. Schließlich war ich ja auch ausgebildeter Soldat und zur Geheimhaltung verpflichtet. Das war ein tolles Erlebnis, ich hörte, wie sie ein “feindliches“ U-Boot ausgetrickst hatten und einiges mehr.
Kleiner Spaziergang durch die Stadt......dann zum Stützpunkt


Das in Eckernförde beheimatete 3. U-Bootgeschwader bestand aus 12 Booten der Klasse 206. Es war damit im Gegensatz zum 1. Ubootgeschwader ein rassereiner Verband, der am 1. April 1972 aufgestellt wurde und am 19. April 1973 die ersten U-Bootneubauten und der Tender LECH in Dienst stellen konnte. U13 und U14 waren die ersten Einheiten des neuen Geschwaders, das am 2. Mai 1975 mit der Indienststellung von U23 seine Sollstärke erreichte. Zum 3. U-Bootgeschwader gehörten folgenden Einheiten: 8 U-Booten der Klasse 206A U 15, U 16, U 17, U 18, U 22, U 23 U 24, U 29
Damals noch ein Hochsicherheitstrakt. Überall standen diese Warnschilder auf dem Gelände herum.Auf dem Tender LECH. Bevor es ins Boot ging, gab es hier erst einmal ein opulentes Frühstück.Da liegt U18 - Nato-Kennzeichen S179 - Ich freute mich auf die Besichtigung und eine kurze Fahrt.


Die U-Boote der Klasse 206 sind eine deutsche U-Boot-Klasse die für die Bundesmarine gebaut wurde. Die Boote wurden alle in den 1970er Jahren in Dienst gestellt und werden seit 1998 außer Dienst gestellt. Ein Teil von ihnen wird durch die U-Boot-Klasse 212A abgelöst. Das letzte Boot soll 2012 außer Dienst gestellt sein.

Die Entwicklung der Klasse begann bereits 1962. Die Boote sind in erster Linie für die Verwendung im küstennahen Raum gebaut worden und sollten Überwasserschiffe, U-Boote und den Nachschubverkehr bekämpfen. Zum Schutz vor Minen und Entdeckung durch MAD-Sensoren wurden die Boote aus nicht magnetischem Stahl gefertigt.

Mit dem Bau wurden nach einer Ausschreibung die Werften Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) und die Rheinstahl Nordseewerke GmbH (RNSW), heute Thyssen Nordseewerke GmbH (TNSW), beauftragt.
Sonstige Daten: Reichweite ca. 4500 Seemeilen bei 6 kn Überwasser; ca. 280 sm bei 4 kn getaucht. Seeausdauer: ca. 30 Tage. Verweildauer unter Wasser ca. 96 Stunden
Zuladbare Bewaffnung: 8 Torpedos DM 2 A1 drahtgelenkt (Kupferkabel) bei der Klasse 206. 8 Torpedos DM 2 A3 drahtgelenkt (Kupferkabel) bei der Klasse 206 A. 24 Minen im Minengürtel möglich
AUSRÜSTUNG Ausfahrgeräte: ELO/UM-Mast (Elektronische Kampfführung), Sehrohr, Stabantenne, Schnorchel mit integriertem Navigationssehrohr, Radar, Sonar DBQS21 Unterwasserortungsgerät aktiv und passiv, erst als 206A, Waffenleitanlage SLW83 Krupp Atlas Elektronik, erst als 206A

RUDER: Als vordere  Tiefenruder dienen 2 ausfahrbare Flächen, die konvex bzw. konkav geformt sind und so bei Anströmung Auf- bzw. Abtrieb erzeugen, dies hat den Vorteil, dass diese Ruder bei Nulllage vollständig eingezogen werden können und so keine störenden Strömungsgeräusche verursachen. Das  Seitenruder befindet sich im Gegensatz zu vielen U-Booten des Typs 205 hinter dem  Propeller in dessen Strömung, die hinteren Tiefenruder sind an einem Tiefenruderträger befestigt, der auch das untere Lager des Seitenruders aufnimmt.
Besatzung: 23 Mann, Baukosten: 135 Mio/€ pro U-Boot (heutiger Wert). Zwischen 1973 und 1975 wurden 18 Boote dieses Typs in der deutschen Marine in Dienst gestellt


Oskar Berendt - Wolfgang Hett - Hans Weigel - Heinz-Eugen Eberach - Rolf Waidlein - Eckard Krämer - Jörg Lotz - Wolfgang Windolph - Peter Görg - Andres Ruppenthal - Malte Trapp - Jörg Kaufmann - Frank Thiede - Markus Bensmann - Markus Grabienski - Lars Johst - Timm Hullmann - Frederik Strauch - Clemens Bedbur


Da U-Boote nicht auf sich allein gestellt kämpfen können, brauchen sie die Unterstützung durch s.g. Tender. Man bezeichnet die Tender auch als Mutterschiffe. Sie führen die U-Boote, haben Versorgungsgüter und Torpedos an Bord und können U-Bootbesatzungen aufnehmen. Jeder Tender hat eine Druckausgleichskammer an Bord. Außerdem fahren sie als Führungs-, Ausbildungs- und Zielschiff.

Im Rahmen der Truppenreduzierung wurde der Tender Lech A 56, Typ der Klasse 403 nach knapp 30 Dienstjahren 1991 außer Dienst gestellt. Er wurde gebaut von der Lübecker Flender Werft und am 08. Dezember 1964 in Dienst gestellt. Größe 2.400 to, Länge 92,8 m, Besatzung 114 Mann. Im Rahmen der Truppenreduzierung dann im Juni 1989 außer Dienst gestellt und an die Türkei verkauft. Dort läuft er als Tender unter dem Namen ÜLKÜ.


U 18 (S197) Indienststellung 19.12.1973


In ihrer Dienstzeit kam die U 18 weit herum: Das U-Boot durchpflügte karibische Gewässer und das Mittelmeer über und unter der Wasseroberfläche. In 22 000 Stunden legte es 86383 Seemeilen über Wasser zurück. Unter Wasser waren es immerhin 74 606 Seemeilen in 25 500 Stunden.
30.08.2010 Leinen los! zur letzten Fahrt von U18
"Leinen Los!" hieß es ein letztes Mal am 30. August 2010 für die sechs U-Boote der Klasse 206 A im Kranzfelder Hafen des Marinestützpunkts Eckernförde. Um 09:00 Uhr verließen U15, U16, U17, U18, U23 und U24 gemeinsam den Hafen.
Vor der letzten Fahrt: Die U 18 mit ihrem Kommandanten Clemens BedburFregattenkapitän Patrick Rothehüser (links)
" Heute wollen wir noch einmal gemeinsam zur See fahren, um in angemessener Art und Weise unsere Uboote der Klasse 206A zu verabschieden, die nun nach 35 Jahren im Dienste der Deutschen Marine nicht etwa zu Grabe getragen, sondern mit Respekt in den wohlverdienten Ruhestand entlassen werden", hob der Kommandeur des 1. Ubootgeschwaders, Fregattenkapitän Patrick Rothehüser, bei seiner Auslaufmusterung hervor.
Kommandant Clemens BedburLeinen los!Auf zur letzten Fahrt
Begleitet von den Flottendienstbooten "Alster" und "Oste" ging es in die Eckernförder Bucht. Nachdem einige Formationen gefahren wurden, liefen die Uboote unter den Klängen des Marinemusikkorps Ostsee wieder in den Hafen ein. Und auch wenn man die U-Boot-Fahrer als hart bezeichnet, tatsächlich floss während des traditionellen "Einlaufbiers" bei dem ein oder anderen eine kleine Träne.
Der Kommandant der U 18, Clemens Bedbur, überreicht Bürgermeister Günther Kuhn das Bootswappen zum Abschied. Külsheim war 37 Jahre lang Pate des U-Boots.Das U-Boot wird für die Außerdienststellung vorbereitet, aber fahrtüchtig gehalten, falls Käufer Interesse anmelden. Doch einige Boote enden auch hier; am Schluss nur verrosteter Stahl.
Kapitänleutnant Clemens Bedbur, Kommandant des U-Boots, überreichte während des Großen Markts eine Ahnentafel der U 18-Kommandanten und »das original Bootswappen« an Bürgermeister Günther Kuhn. Ihren Dienst nahm sie am 19. Dezember 1973 auf. Mit ihren 48 Metern Länge bot sie zwischen 22 und 24 Besatzungsmitgliedern Platz. 500 Tonnen brachte sie auch ohne Innenleben auf die Waage.

Dank für gute Beziehung. »Wir sind hellauf begeistert von Külsheim und den Menschen«, ließ die sechsköpfige U 18-Besatzung wissen, die den Großen Markt besuchte. Beim sonntäglichen politischen Frühschoppen bedankte sich der derzeitige Kommandant der U 18 für den schönen Aufenthalt. Bürgermeister Kuhn bedauerte das Ende der Patenschaft. Es hätten sich gute Beziehungen und Freundschaften entwickelt, sagte er. Die Soldaten werden in den kommenden Monaten größtenteils auf andere U-Boote verteilt. Eventuell gibt es am diesjährigen Weihnachtsmarkt noch einmal ein Wiedersehen, denn die Besatzung hat vor, wieder eine Bude zu betreiben und den Erlös für soziale Zwecke zu spenden.


Quellen: www.marine-portraits.de, Klaus Gaeth, Hans-Peter Wagner, Helge Adrians (PIZ Marine), Ann-Kathrin Fischer (PIZ Marine)