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Rast an der Grenze...,...an einem großen Bild......oder vor einer... ...Eisdiele.
24. Mai 1958  - Mit dem Fahrrad nach Holland. 13:00 Uhr überquerten wir die Grenze bei Gronau/Enschede. 164 Kilometer, genug geleistet für heute. Bei einem holländischen Bauern fragten wir höflich nach, ob wir in seiner Scheune übernachten dürften. Er fragte gründlich nach, woher wir kamen und wohin wir wollten. Als er hörte, dass wir die Verwandtschaft von Karl-Heinz im niederländischen Epe besuchen wollten, erlaubte er uns großzügig unser Schlafgemach in seinem Heu einzurichten.  

25. Mai 1958 wir standen früh auf und wuschen uns am eiskalten Brunnen. Als wir uns darüber Gedanken machten, wo wir wohl frühstücken könnten, erschien die freundliche Bauersfrau mit einem gut gedeckten Tablett. Es gab Brot, Butter und einen ausgezeichneten Bohnenkaffee. Den Magen voll und bester Laune, bedankten wir uns bei der Bauersfamilie und machten uns um 9:00 Uhr auf den Weg zur letzten Etappe. Wir fuhren über Deventer, Apeldoorn, Richtung Epe. In Epe angekommen, reichte unser Kartenmaterial nicht aus, um die Straße “Ob der Rembou“ zu finden. Also fragten wir einen Polizisten nach dem Weg. Da er kein Deutsch sprach und wir kein Holländisch verstanden, setzte er sich auf seine Fiets und in einer Art Gebärdensprache, machte er uns klar, dass wir ihm nachfahren sollten.  

17:00 Uhr. Brav trampelte er 8 Kilometer bis zur letzten Abzweigung vor uns her ihm zu und bogen in die Rembou ein. Unglaublich, aber etwa 10 Meter vor unserm Ziel bekamen wir beide beinahe zeitgleich einen Plattfuß. Die Familie van Gerven, Onkel Jaap, Tante Hedwig, Cousine Cobi und Schäferhund "Krummet" freuten sich über unseren Besuch. Wir verlebten einige unbeschwerte und schöne Tage in Epe. Cousine Cobi zeigte uns das wunderschöne Heidegebiet. Die Begeisterung von Onkel und Tante über uns Prachtkerle war beinahe grenzenlos, es gab täglich unser Lieblingsessen und um 16:00 Uhr immer Tag Kaffee und Kuchen.
28. Mai 1958 Sie machten sich Gedanken darüber, wie sie sich bei unseren Eltern bedanken könnten, dass sie ihnen die Freude gemacht haben, so nette und “wohlerzogenen“ Jungs auf Besuch zu schicken. Als wir die Frage bejahten, ob unsere Eltern gerne Blume und Sträucher mögen, legten sie voller Inbrunst los und gruben ihren halben Garten um. Sie bündelten Blumen, Büsche und kleine Bäume. Onkel Jaap holte Bindedraht aus der Garage und zurrte an unsere Fahrräder jede Menge Grünzeug. Wir sahen aus wie getarnte Militärfahrzeuge im Manöver. Nur unserem außerordentlichen Geschick im Umgang mit den Rädern war es zu verdanken, dass wir uns noch einigermaßen im Straßenverkehr bewegen konnten. Es kam wie es kommen musste, bei der nächsten Flussüberquerung warfen wir das Pflanzgut über Bord. Befreit von der enormen Last ging es nach der Erleichterung mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen Richtung Heimat.  

9:30 Uhr traten wir die Rückreise an. Es sollte eine kurze Fahrt werde, nur etwa 70 Kilometer bis zur Grenze. In Tubbergen übernachteten wir und gingen abends noch in Vasse bummeln. Wir hatten die Erfahrung gemacht, dass die jungen Meisjes auf deutsche Jungs flogen. Und da waren sie auch schon, Ria und Truus. Im Look der späten fünfziger kreuzten sie unsern Weg. Beide sprachen perfekt Deutsch und schnell kamen wir ins Gespräch. Wir aßen Eis, tranken Cola und nach einem und lustigen Abend tauschten wir die Adressen aus. Dass sich daraus eine Verbindung bis heute ergeben würde, hätte damals niemand gedacht. Wir telefonierten oder schrieben uns Postkarten und Briefe. Ria blieb meine und Truus die Brieffreundin von Karl-Heinz. Später entwickelte sich eine lange Freundschaft zum Bruder von Ria, Henk Scholten. 
Die Strecke......und der Gruß an meine Eltern.
29. Mai 1958 Die nächste Etappe sollte von Tubbergen nach Münster gehen.  

14:00 Uhr viel früher als gedacht waren wir in Münster und saßen auf einer Bank am beschaulichen Aasee. Ursprünglich wollten wir uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit umsehen. Nachdem wir unsere letzten Stullen gegessen hatten, stieg neuer Lebensmut in uns auf und wir entschlossen uns, die “kurze“ Strecke nach Warstein noch heute zu meistern. Es wurde noch beschwerlich. Vor allen Dingen das Stück von Lippstadt auf der B55 bis zu Haarhöhe. Wir hätten es nicht mehr geschafft, wenn da nicht auch am Abend reger LKW-Verkehr geherscht hätte. Man muss wissen, dass die Geschwindigkeit der LKW mit den heutigen Autos nicht verglichen werden kann. Unter Last krochen sie mit etwa 30 km/h die Haar hoch. Für uns gerade richtig. Wir „kaperten ein Auto, traten noch einmal richtig in die Pedale, um unsere Geschwindigkeit anzupassen und hingen uns rechts und links an die Fahrzeuge. Wir ließen uns dann von Anröchte bis Belecke ziehen und mit letzter Kraft schafften wir es bis nach Hause.  

22:30 Uhr steckte ich den Schlüssel in unsere Haustür. In der Küche setzte ich unsere Milchkanne an den Mund und hörte erst auf zu trinken, als diese völlig leer war. Anders als heute gab es keine Pommesbude an jeder Ecke, wir mussten durchhalten und das war auch gut so.   
Hier trafen wir auf Ria Scholten und ihrer Freundin Truus. Wir geben ihnen unsere Adressen. Dass sich daraus eine Verbindung bis heute ergeben würde, hätte damals niemand gedacht. Wir telefonierten oder schrieben uns Postkarten und Briefe. Ria blieb meine und Truus die Brieffreundin von Karl-Heinz. Später entwickelte sich eine lange Freundschaft zu dem Bruder von Ria, Henk Scholten

29.Mai 1958 Von Tubergen wollen wir bis Münster fahren und dort übernachten. 14:00 Uhr treffen wir in Münster ein, machen erst einmal Pause und entschließen uns dann zur Weiterfahrt. "Mal sehen, wie weit wir kommen." 22:30 Uhr schloss ich unsere Haustür auf. Meine Mutter hatte eine Kanne Milch in der Küche stehen, die trank ich ohne abzusetzen leer. Wir mussten lange Strecken ohne Trinken oder Essen überwinden. Es war nicht so wie heute, dass es an jeder Ecke eine Pommesbude gab.   

Im Sommer 1959 kam Henk mit seinen Freunden zu Besuch nach Warstein. Sie blieben einige Tage und zelteten auf dem Rasen vor unserem Haus. In der Zeit zeigte ich ihnen die schönen Seiten von Warstein. Meine Mutter versorgte die Jungs mit Frühstück und Mittagessen.
Die erste Karte von Ria Scholten.Die Kirche, an der wir uns trafen. Weitere Karten folgten.2008 Die Kirche heute.
Unterwegs auf der alten B1 bei Werl.In Warstein auf dem Piusberg mit Blick auf die Alte Kirche. 
Henk noch einige Male getroffen, ob er mit seinen Freunden nach Warstein kam, oder wir nach Vasse fuhren.

Leider haben wir uns danach für 40 Jahre aus den Augen verloren haben und oft dachte ich: "Du musst doch mal anrufen." Aber dabei blieb es dann auch. 2002 begann ich im Internet nach Henk zu forschen. Ich fand dann einen Eintrag auf der Website des Internationalen Instituts für Geo-Information Science and Earth Observation Enschede, dass er im Mai 2002 verstorben war. Nun war zu spät für ein Wiedersehen.

Ich habe dann Kontakt zu seiner Schwester Ria und seiner Frau Adrie Arendsman aufgenommen.
Vasse von oben. Die Kirche (X)In der Nähe von Tubbergen.
Das Haus von Adrie und Henk in Vasse......und ihren Nachbarn.
07.05.2005 - An der......Einrichtung......ist zu erkennen...,
...dass hier......eine Künstlerin......gestaltet hat.
Adrie ist eigentlich immer in Aktion. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit hat sie einen Hang zur Muse und spielt mit sehr großer Begeisterung Klavier.
Bei dem großen  Unglück in Enschede, kamen am 13. Mai 2000 vier Feuerwehrleute ums Leben. Zum Gedenken an den Tod dieser jungen Männer schuf Adrie dieses Denkmal. Die Namen der Männer: 
Mit ihrem roten Flitzer ist sie immer unterwegs. Wir fahren zu dem Grundstück in Enschede. Hier zeigt sie mir am 24.09.2004 die Stelle, an der ihr neues Atelier stehen wird
Es ist schlimm, was die Explosion angerichtet hat. Welche Folgen das für die Verursacher hatte, ist mir unbekannt.Heute stehen hier Büros und Einfamilienhäuser, so als ob es nie ein Unglück gegeben hätte. 
Mit 65 Jahren baute Adrie in Enschede dieses Atelier. Sehr mutig!Adrie als anerkannte Künstlerin in Enschede.
Die WOCHENPOST schrieb am 19.05.2990: Das aktuelle künstlerische Schaffen der Enscheder Malerin, Grafikerin und Bildhauerin Adrie Arendsman konnte man schließlich bei einem Besuch in deren Wohn-und Atelierturm, einer beispielhaften Architektur mit großzügigem Glaskunstfenster, in Augenschein nehmen. Nach dieser sehr gelungenen Veranstaltung darf man auf das Ziel der Exkursion im kommenden Jahr – dann wieder auf deutscher Seite – gespannt sein.
Viel zu selten aber hin und wieder macht Adrie auch einmal Urlaub. Hier mit ihrem Sohn auf einer Segeltour.